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Interview mit Zeba Mahmud, Geschäftsführerin und Chefredakteurin, Arabian Marketer

Zeba Mahmud, CEO & Editor-in-Chief, Arabian Marketer
In dieser Episode spricht DMEXCO mit Zeba Mahmud, Geschäftsführerin und Chefredakteurin bei Arabian Marketer

Über Arabian Marketer

The Arabian Marketer ist ein Magazin, das in einer monatlich erscheinenden Printausgabe und als tagesaktuelles Onlineformat über Trends und Entwicklungen bei Medien, Marketing und Werbung im Nahen Osten und Nordafrika berichtet. Es wird von den Vereinigten Arabischen Emiraten aus von Zeba Mahmud geleitet.

 

Interview

 

Bitte stell dich sich kurz vor: Wie bist du Chefredakteurin geworden? Was hast du vorher gemacht?

Ich habe meine Karriere als Journalistin mit 17 begonnen, also vor beinahe zwei Jahrzehnten. Ich bin in Saudi-Arabien groß geworden, ein Land, in der eine Karriere im Medienbereich für Frauen nicht gerade einfach ist. Vielleicht war das auch der Grund, warum ich mich damit intensiver zu beschäftigten begann, als ich für mein Hochschulstudium nach Indien ging. Neben Journalismus als Hauptfach belegte ich außerdem Kurse in den Bereichen Werbung und Public Relations. Ich habe dann aber doch als Nachwuchsreporterin bei einem lokalen Nachrichtensender in Mumbai angefangen. Das war der Anfang. Danach habe ich dann 15 Jahre über Zeitgeschehen und Politik berichtet, bis ich schließlich Redaktionsleiterin wurde. Mit 32 wollte ich dann etwas Neues anfangen und in meine Heimat, den Nahen Osten, zurückkehren. Das war der Beginn von The Arabian Marketer.

2013 schufen wir die Grundlagen für eine Medienpublikation in der MENA-Region (Naher Osten und Nordafrika), die von Anfang an auf digital gesetzt hat. Es dauerte mehr als zwei Jahre, bis wir die benötigte Lizenz erhielten und ein Profil entwickelt hatten, das wirklich auf die Region abgestimmt war. Wir entschieden uns dann für die Vereinigten Arabischen Emirate als Ausgangsbasis. Heute gehört The Arabian Marketer zur AM Media Corp, die Formate für Zielgruppen in den Bereichen Startup und Bildung anbietet. Unser Team ist von gerade einmal zwei auf 20 Mitarbeiter angewachsen – was für unsere Region schon einiges heißt. Und obwohl ich für das Unternehmen als Geschäftsführerin verantwortlich bin, lasse ich meine Leidenschaft, als Journalistin zu arbeiten, nicht zu kurz kommen – und bin deswegen gleichzeitig Chefredakteurin.

 

Wie sieht die Zukunft der Fachpresse aus? Und wie geht ihr diese Herausforderungen bei The Arabian Marketer an?

Die Herausforderungen für „regionale“ Fachmedien werden zunehmend größer. Es ist weitaus einfacher, auf Inhalte für einzelne und globale Märkte zuzugreifen, als Entwicklungen und wichtige Themen für 8 – 11 Märkte (je nach Region) auf einer einzigen Medienplattform darzustellen. Dies wird auch durch die sinkende Anzahl von Mandaten für regionale Agenturen bestätigt. Es geht entweder um Pitches für globale oder einzelne/lokale Märkte. Die Publikationen der Fachpresse konzentrieren sich deshalb mehr darauf, Themen zu verstehen, d. h., anstatt nur Informationen zu präsentieren, bieten sie Wissen an. In Zukunft werden Fachjournalisten gezwungen sein, Marketingtechnologie, digitale und neuere Arten von technologischen Ökosystemen zugunsten von Vermarktern vereinfacht darzustellen.

Unsere Publikation konzentriert sich darauf, Wissens- und Ressourcenpools für die Werbebranche in der MENA-Region zu schaffen. Sie zeichnet Veränderungen in den Werbeausgaben nach und beschäftigt sich mit Unternehmen, die das lokale Umfeld verstehen und gleichzeitig Werbelösungen schaffen. Unsere redaktionellen Mitarbeiter beschäftigen sich hauptsächlich mit zwei Fragen: Warum ist das für den Vermarkter wichtig und was bedeutet es aus Sicht der MENA-Region?

 

Welche Überschrift bei Arabian Marketer hast du bedauert? Und warum?

Es geht mehr um Sorge als um Bedauern. Und seit ein paar Jahren haben wir diese Überschrift gleich zweimal pro Jahr: „MENA ist weltweit die einzige Werberegion, die hinter den Erwartungen zurückbleibt“

Sie lässt sich aus den Zahlen herauslesen, die Agenturen für die Entwicklungen der Werbeausgaben in den verschiedenen Regionen angeben. Und Sorgen mache ich mir, weil das riesige Potential unserer Region (mit Märkten wie den VAE und Saudi-Arabien, welche die digitalen Statistiken weltweit anführen, oder eine Verbraucherbasis von 83 Millionen Iranern, die immer noch nicht als Markt zur Verfügung steht, bzw. von 100 Millionen Ägyptern, die immer noch in der Erholung begriffen ist) nach wie vor weitgehend unerschlossen ist. Globale Vermarkter und Holding-Gesellschaften haben mit Problemen zu kämpfen, die es nur in dieser Region gibt – angefangen bei den Ölpreisen, über geopolitische Spannungen bis hin zu den Auswirkungen der globalen Märkte. Der Weg zum Aufschwung ist einfach zu lang.

 

Nehmen wir an, du hättest die Möglichkeit, eine Person deiner Wahl auf der Hauptbühne bei der DMEXCO 2019 zu interviewen: Wen würdest du auswählen und worüber würdest du gerne mit ihr oder ihm sprechen?

Michelle Obama – „Glauben Sie, dass Daten hinter den Erwartungen von Führungskräften und Mitarbeitern zurückgeblieben sind?“

 

Was sind die wichtigsten Themen in eurem Markt für 2019?

  • Einführung von künstlicher Intelligenz im Marketing
  • Zukünftige Entwicklungen bei Marketing- und Werbetechnologien
  • Wachsende Budgets für digitale Werbung

 

Was kann die Digitalisierung für die Stadt, in der du lebst, bewirken?

Bei der Umsetzung von Smart City-Technologien sind wir hier in den VAE sehr fortschrittlich. Die ersten Roboter-Polizisten und Roboter-Rezeptionisten sind in Regierungsbehörden bereits im Einsatz, die Nutzung von Papier wurde hier ebenfalls abgeschafft, und selbstfahrende Taxis lassen wohl auch nicht mehr allzu lange auf sich warten – die Vorteile der Digitalisierung sind in Dubai und Abu Dhabi deutlich spürbar. Die Regierungen setzen alles daran, unsere Städte sicherer und komfortabler zu machen und die Lebensqualität zu steigern.

 

Welches Gadget hast du dir vor kurzem zugelegt und warum?

Alexa für das Büro – sie kann einfach viel intelligenter mit dem Energieverbrauch umgehen als die meisten unserer Mitarbeiter, obwohl sie im Grunde immer noch ein Spielzeug ist. Ich hoffe, dass sich dies möglichst bald ändern wird.

Welches sind die wichtigsten drei Veranstaltungen, an denen du dieses Jahr teilnehmen wirst, und warum?

  • CES – Hier dreht sich alles um Technologie aus Sicht des Verbrauchers, und das hilft den Ton für das Jahr anzugeben
  • Cannes Lions International Festival of Creativity – immer noch die Heimat der Kreativen aus der ganzen Welt und federführend für die globale Werbeagenda
  • DMEXCO – Für alle, die mehr über die Zukunft des Marketing in einer digitalen Ökonomie erfahren wollen

 

Stell dir vor, du könntest eine Woche lang das Programm der DMEXCO bestimmen. Was würdest du ändern?

  • Die Konferenz vereinfachen oder um ein paar Tage verlängern, damit die Menschen die vielfältigen Möglichkeiten auch wirklich wahrnehmen können.
  • Viel mehr MENA und APAC in den Ausstellungsbereich/die Hallen aufnehmen, damit die Konferenz globaler wird.
  • Die Vielzahl gleichzeitiger Veranstaltungen auf höchstens zwei oder drei parallele Sitzungen verringern, wobei auf nur einer Bühne das wirkliche Highlight präsentiert wird.
  • Weitaus mehr rein globale Namen auf der Hauptbühne präsentieren und den Regionen ihre eigenen Veranstaltungen lassen, damit nicht so viel zwischen den Hallen hin- und hergelaufen werden muss.
  • Weitaus größere Unterstützung für die Presse – um mehr Nachrichteninhalte zu generieren.
  • Auf den exklusiven und abgesonderten VIP- und Sprecherbereich verzichten – die Chefs sollten Gelegenheit bekommen, an ihren Ständen zu sein, um mit mehr Besuchern in Kontakt zu kommen.

 

Welche bedeutende Überschrift wird The Arabian Marketer im Jahr 2025 bringen?

„Steigende KI-Werbebudgets in der MENA-Region“

 

 

Hier findest du die Interviews mit Claire Beale, globale Chefredakteurin, Campaign Magazine, Brian Morrissey, Geschäftsführer und Chefredakteur, Digiday und Javier Piedrahita, Geschäftsführer, Gründer und Chefredakteur von MarketingDirecto.

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