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Sinnfluencer: Wie nutzen Marketer den Wandel zur Sinnhaftigkeit?

Sinnfluencer sollten nicht nur glaubwürdig und authentisch agieren, sondern auch mit nachhaltigen Partnern kooperieren.
Bild: ©LIGHTFIELD STUDIOS / Adobe Stock

Prioritätenwandel: Influencer werden Sinnfluencer

Beauty, Mode, Reisen und Superfoods sind Themen, die soziale Plattformen wie Instagram oder YouTube schon seit Langem bewegen und auch noch immer trenden. Doch gerade vielen jungen Nutzern ist die bloße Vermarktung eines schönen Lifestyles nicht genug. Bewussteres Kaufen und Konsumieren, nachhaltige Urlaubsmöglichkeiten und Fair-Fashion-Alternativen sind das aktuelle Mindset, das auch an großen Influencern nicht vorrübergeht. Die Entwicklung zur Sinnhaftigkeit, sei es die Auseinandersetzung mit ökologischen, gesellschaftlichen oder politischen Entwicklungen, findet bei Usern hohen Anklang, wird gern geklickt oder geteilt. Um ihre Glaubwürdigkeit zu wahren, setzen sich Sinnfluencer oder auch Eco-Influencer sehr genau mit den Produkten, Marken und Unternehmen, die sie ihren Followern vorstellen, auseinander. Brands, die mit diesem neuen Bewusstsein übereinstimmen möchten, sollten sich daher ebenfalls authentisch und transparent präsentieren. Die Macht der Zielgruppe ist es, die Marken zum Umdenken in eine sinnhafte Richtung zwingt.

Wieviel Konsumkritik ist Sinnfluencern möglich?

Wenn Influencer als Markenbotschafter agieren und mit Kooperationen ihren Lebensunterhalt bestreiten, wie können sie dann gleichzeitig für Nachhaltigkeit und bewussteren Konsum stehen? Reicht es aus, auf nachhaltige und gesunde Themen aufmerksam zu machen, oder müssen sie zusätzlich bestimmten Marken entsagen, Flugreisen durch Bahnfahrten ersetzen und nur noch lokal und regional konsumieren? Tatsächlich bewegen sich Sinnfluencer oft auf einem schmalen Grat zwischen den Wünschen ihrer Follower und denen ihrer Kooperationspartner. Authentizität und ein klares, deutliches Mindset haben für Sinnfluencer die höchste Priorität, um ernstgenommen zu werden. Nur so erhalten sie das Interesse der Marken, die im Nachhaltigkeitssegment verortet sind, und gewinnen die Follower hinzu, die ihre Ansichten zur Sinnhaftigkeit unterstützen.

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Bild: © rh2010 / Adobe Stock

Nachhaltigkeit und Sinnhaftigkeit als Markenbotschaft

Die stetige Entwicklung der Social-Media-Trends zu mehr Konsumbewusstsein stellt Unternehmen und Brands vor die Frage, wie es um die Relevanz des Themas Nachhaltigkeit bei den jüngeren und zukünftigen Zielgruppen wirklich bestellt ist. Laut Facebook Report 2019 achten vor allem Millenials beim Einkauf auf die Produktionsbedingungen einer Marke und wenden sich eher Brands zu, die mit ihren Werten übereinstimmen sowie ein umweltfreundliches Packaging anbieten. Die ökologischen Ansprüche der jungen Zielgruppe werden den Markt in den folgenden Jahren entscheidend beeinflussen.

Laut Forbes stellt die Generation Z mit einer Kaufkraft von voraussichtlich 29 bis 143 Milliarden Dollar im Jahr 2020 die stärkste Verbrauchergeneration dar.

Brands, die selbst auf die Nachhaltigkeit ihrer Produkte und Produktionsabläufe setzen, führen mithilfe der richtigen Brand-Sinnfluencer-Matches die Sinnhaftigkeitskommunikation ihrer Marke erfolgreich an junge und ökologisch interessierte Zielgruppen heran. Bei der Wahl des passenden Sinnfluencers ist jedoch nicht nur dessen Followerzahl auf den sozialen Plattformen entscheidend, sondern auch sein Auftreten abseits der virtuellen Netzwerke. Denn um den Nachhaltigkeitsgedanken authentisch und erfolgreich zu kommunizieren, ist es wichtig, nur auf wirklich glaubwürdige Kooperationspartner zu setzen. Die Deckungsgleichheit von Werten, Philosophie und Zielen ist nicht nur innerhalb des Unternehmens im Vorfeld festzulegen, sondern auch mit dem kooperierenden Sinnfluencer. Nur so verhinderst du, dass dein Engagement plötzlich „unverschuldet“ angreifbar ist und als unglaubwürdig gesehen werden kann.

Green Marketing versus Greenwashing

Umweltbewusstsein trendet in allen Lebensbereichen und spricht Verbraucher an. Bekannte Brands, die sich zuvor nicht durch ökologisches Engagement bezüglich ihrer Produktpalette oder Produktionsabläufe hervorgetan haben, springen auf den Trend auf, um Kunden und Sinnfluencern gewogen zu bleiben oder diese für sich zu gewinnen. Doch allein die Verpackung eines Produktes „grüner“ zu gestalten oder ein nachhaltiges Produkt neben vielen nichtnachhaltigen Produkten in die Regale zu bringen, kann langfristig der Authentizität des Unternehmens schaden. Ein grüner Anstrich ist schnell durchschaut – für überzeugendes Auftreten ist tatsächliche ökologische Verantwortung ein Muss. Wird ein Unternehmen des Greenwashings überführt, ist es schwierig, dieses verpönte Image gegenüber der gewünschten Zielgruppe wieder loszuwerden.

Fazit

Beim Thema Nachhaltigkeitsmarketing auf den richtigen Sinnfluencer zu setzen und damit die jungen Konsumenten der Zukunft zu erreichen, ist wirtschaftlich absolut sinnvoll. Dabei gilt es jedoch, Vorsicht, Aufmerksamkeit und Feingefühl walten zu lassen: Ein oberflächlich grünes Mindset, egal ob aufseiten deines Unternehmens oder des kooperierenden Sinnfluencers, reicht nicht aus, sondern schadet sogar. Um die Nachhaltigkeits- und Sinnhaftigkeitsdebatte langfristig für dich zu entscheiden, muss dein Unternehmen ein durch und durch glaubwürdiges und umweltbewusstes Konzept vorweisen, und die Influencer, mit denen du zusammenarbeitest, müssen sich da nahtlos einfügen

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