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Das Metaverse – Realität der Zukunft?

Das Metaverse verknüpft die physische mit der virtuellen Realität und ist eine Zukunftsvision vieler Tech-Konzerne.
Bild: © greenbutterfly / Adobe Stock

Mark Zuckerberg hat sein Unternehmen umbenannt – diese Nachricht hat es Ende Oktober sogar in die Tagesschau geschafft. Was bisher unter Facebook Inc. lief, nennt sich von nun an Meta Platforms Inc., oder kurz Meta. Zur Dachmarke gehören neben Facebook bekanntermaßen auch Instagram, WhatsApp und der Technologie-Hersteller Oculus VR. Im Rahmen des Rebrandings tauchte neben dem neuen Konzernnamen Meta auch ein weiterer Begriff auf: Metaverse. Zuckerberg selbst verwendet ihn, wenn er von seinen Visionen und Plänen für das Zukunftsprojekt spricht, doch auch andere große Player der Tech-Branche spielen mit dem Gedanken, ein Metaversum aufzubauen – und so ist der Begriff inzwischen in aller Munde. Doch was ist damit überhaupt gemeint?

Im Metaversum vermischen sich physische und virtuelle Realität

Der Begriff Metaverse geht auf einen Science-Fiction-Roman aus dem Jahr 1992 zurück. In seinem Werk „Snow Crash“ erschuf der Autor Neal Stephenson damals unter dem Namen Metaverse eine globale virtuelle Realität, in die die Menschen in Form von Avataren eintauchen konnten, um ihrer tristen physischen Realität zu entfliehen. Ein Grundprinzip, das dem Metaverse in „Snow Crash“ zugrunde lag, war die Tatsache, dass die reale und die virtuelle Welt stets voneinander getrennt blieben. Das soll in Zuckerbergs Metaversum der Zukunft anders sein: Laut eigenen Aussagen von Meta ist es geplant, Gaming-Plattformen, virtuelle Marktplätze, Arbeitsräume und das Meta-eigene VR-Wohnzimmer Horizon Home zu bündeln.

Somit soll im virtuellen Metaverse alles, was in der realen Welt möglich ist, machbar sein – und noch einiges darüber hinaus.

Zuckerberg will alle Kapazitäten nutzen

Für seine Pläne bezieht der Facebook-Gründer alle Konzernunternehmen ein. So soll Oculus VR im Jahr 2022 ein Headset auf den Markt bringen, das Eye- und Gesichtstracking unterstützt und somit die Mimik der Avatare im Metaverse verbessern soll. Darüber hinaus ist ein Augmented-Reality-Modus geplant, mit dem auf Grundlage von RGB-Kameras eine Mixed Reality erzeugt werden soll.

Die strikte Trennung von realer und virtueller Welt wird im Metaversum der Zukunft also keinesfalls angestrebt – ganz im Gegenteil: Das Metaverse soll die digitale Welt genauso wie die reale Welt umfassen, erklärt der Investor Matthew Ball in seinem Essay „The Metaverse: What It Is, Where to Find it, Who Will Build It, and Fortnite“. Obwohl er die Vision dieser Mixed Reality als schwer definierbar, fantastisch und noch Jahrzehnte entfernt beschreibt, gibt der Text einen guten Überblick darüber, was die neue vermischte Realität ausmachen soll:

  • Echtzeit: Das Metaverse findet live statt. Es gibt aber auch zeitlich begrenzte Events.
  • Das Metaverse läuft immer weiter, es kann nicht unterbrochen oder beendet werden.
  • Es existiert keine Obergrenze bezüglich der Teilnehmerzahl.
  • Das Metaverse hat seine eigene Wirtschaft. Unternehmen und einzelne Personen können kaufen und verkaufen, investieren, arbeiten und dafür im Metaverse bezahlt werden.
  • Im Metaverse können digitale Objekte, etwa Objekte aus Games, ausgetauscht werden.
  • Das Metaverse ist eine „lebendige Erfahrung“, für jeden zu jeder Zeit nutzbar.

Hört man Mark Zuckerberg über seine Metaverse-Ideen sprechen, tritt vor allem das angestrebte Präsenz-Gefühl in den Vordergrund: Der Eindruck, wirklich dort zu sein, sei ein zentrales Ziel, das mit dem Bau des Metaversums erreicht werden solle. Dazu werde es über PCs, Mobilgeräte und Spielekonsolen gleichermaßen zugänglich sein, um es als „persistente, synchrone Umwelt“ zu etablieren, so Zuckerberg in einem Podcast des Tech-Magazins „The Verge“ im Juli 2020.

Kurz: Das Metaverse ist kein Spiel oder virtueller Themenpark und bei seiner Nutzung wird es keinesfalls nur um Unterhaltung gehen.

Vielmehr sollen die Nutzer:innen den virtuellen Raum selbst ausgestalten, mit unendlichen Attraktionen, die nicht zentral programmiert oder in ihrer Nutzbarkeit limitiert sind.

Globale Tech-Elite sieht im Metaverse riesiges Potenzial

Neben Meta träumen auch einige andere Konzerne vom Aufbau eines Metaversums. So ist das Unternehmen Epic Games, das den Multiplayer-Erfolg „Fortnite“ auf den Markt brachte, bereits seit langer Zeit an der Schaffung eines Metaversums interessiert. Und auch Microsoft und die chinesische Gaming-Firma Tencent sehen im Metaverse große Potenziale – und natürlich die Chance, enorme Profite zu generieren. Diese optimistische Zukunftsvision wird durch Einschätzungen von Branchen-Experten wie Matthew Ball bestätigt. Ihm zufolge dürfte das Metaverse als neues Content Medium oder Computing-Plattform Billionen von US-Dollar an Umsatz machen.

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