Markenstrategie statt Rabattschlacht bei IKEA

IKEA gewinnt den Deutschen Marketing Preis 2026. Warum der Möbelkonzern mit Konsistenz und Omnichannel-Strategie die Konkurrenz klar hinter sich lässt, kommentiert Verena Gründel.

Porträt von Verena Gründel
Bild: © Koelnmesse

Warum strategische Disziplin mehr verkauft als Prosecco am Eingang

Gratulation an IKEA. Die Möbelmarke hat gestern beim Deutschen Marketing Preis die Auszeichnung für die beste Marke gewonnen. Und ganz ehrlich: Das ist keine Überraschung. Kaum ein Möbelhändler in Deutschland verbindet Marke, Geschäftsmodell und digitale Strategie so konsequent wie die Schweden.

Während viele Wettbewerber noch immer auf Rabattschlachten setzen, inszeniert IKEA Relevanz. Erst letztes Wochenende war ich selbst in einem großen Möbelhaus. Es war Valentinstag und es gab Prosecco am Eingang, Waffeln, 35 Prozent auf alles und 50 Euro Cashback.

Diese Dauer-Sales prägen den Markt und dominieren die Kommunikation in der Möbelbranche. Doch wenn alles reduziert ist, verliert der Preis seine Kraft – und die Marke ihre Wertigkeit. Wer würde im Möbelhaus schon ein Sofa zum Listenpreis kaufen?

IKEA geht einen anderen Weg. Natürlich ist auch dort Preis ein Thema. Aber nie als verzweifeltes Lockmittel. Sondern als Teil der DNA: IKEA bietet demokratisches Design für viele. Seit Jahrzehnten ist diese Markenidee glasklar. Und genau das ist der Kern exzellenten Marketings: Konsistenz über alle Touchpoints hinweg.

Besonders deutlich wird der Abstand bei Lieferzeiten und Service. Während Kund:innen bei manchem Möbelhaus noch immer zwölf oder sechzehn Wochen auf ein Sofa warten, setzt IKEA auf logistische Intelligenz. Echtzeit-Verfügbarkeiten in der App, Click & Collect, transparente Prozesse – digitale Strategien reduzieren Friktion.

IKEA denkt Omnichannel. Die App ist Planer, AR-Tool und Loyalty-Programm zugleich. Räume werden virtuell konfiguriert, Produkte ins eigene Wohnzimmer projiziert. Digital ist hier kein Add-on, sondern Problemlöser.

Der Award für IKEA ist deshalb mehr als eine Auszeichnung für gute Kommunikation. Er ist eine Anerkennung für strategische Disziplin.

Denn nicht Prosecco verkauft Möbel. Sondern Klarheit, Konsistenz und eine durchdachte Digitalstrategie.

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