Zurück

DMEXCO Marketing Precap Part 5: Performance Marketing Trends 2021

Geschäftsführer von Klickwunder, Michel Ramanarivo, weiß, welche Perfomance-Marketing-Trends 2021 bestimmen.

Erfolgreich werben in 2021: Auf diese 6 Digital Marketing Trends kommt es an

Das Jahr 2020 hat viele von uns vor unerwartete und überraschende Ereignisse gestellt. Während der Großteil der Unternehmen ihre Mitarbeiter aus dem Home Office arbeiten lässt, mussten andere Branchen ihr Geschäftsmodell teilweise signifikant ändern oder umstellen. Allen voran war Digitalisierung das Stichwort für die besonders betroffenen Branchen wie Tourismus, Veranstaltungen oder Gastronomie.

One-Page-Webseiten oder unregelmäßige Facebook-Updates sorgten spätestens ab März 2020 dafür, dass digital präsente Unternehmen davonzogen und während der Pandemie ihre Position im Markt stärkten. Nicht nur Software-Provider wie Zoom profitierten durch die abrupt eintretende (Neu-)Digitalisierung, sondern auch die Werbetreibenden der Unternehmen. Durch das veränderte Verhalten von Konsumenten und Kunden war auch im Marketing Innovation notwendig, um weiterhin relevant zu bleiben. Die folgenden 6 Trends sind aus meiner Sicht für das neue Jahr entscheidender Bestandteil einer erfolgreichen Marketingstrategie.

Wer auch 2021 erfolgreich werben möchte, sollte diese Digital-Marketing-Trends nicht verpassen.

Trend #1: Video – dominant auf allen Kanälen

Das Videoformat gehört mittlerweile seit mehreren Jahren zur fortgeschrittenen Werbe-Toolbox und in 2021 wird dieses Format weiter die Werbeplattformen bestimmen. Durch die COVID-19-Pandemie blieben nicht nur mehr Menschen zu Hause, sondern es verstärkte sich zusätzlich die Notwendigkeit, auf digitale Lösungen zurückgreifen, wie Videokonferenz, Webinare, digital stattfindende Messen, etc. In unserem Marketing Precap Part 4 – Content-Marketing-Trends erfährst du mehr über die zunehmende Wichtigkeit von Live Video Content.

Laut einer Studie von Cisco ist das Online-Videoformat ab 2022 für 80 Prozent des weltweiten Internetkonsums verantwortlich. Jede mehr und weniger bekannte Social-Media-Plattform bietet mittlerweile Videowerbeformate an. Die „Klassiker“ wie Facebook, Instagram und YouTube werden flankiert von TikTok, LinkedIn, Pinterest, Snapchat und Twitch. Wer im kommenden Jahr auf das Videoformat verzichtet bzw. dieses nicht als Priorität erachtet, wird Kunden verlieren!

Trend #2: Content zum Mitmachen – interaktive Inhalte

Wie oben beschrieben, bietet das Videowerbeformat die Möglichkeit, eigene Produkte und Dienstleistungen schnell und effektiv den potenziellen Kunden zu präsentieren. Sobald sich Interessenten nach dem Werbeklick auf die eigene Webseite begeben haben, werden sie dort häufig von statischen Inhalten begrüßt.

Mit der Anpassung zu interaktiven Inhalten lassen sich Conversion Rates signifikant verbessern. Beispiele von interaktivem Content sind

  • die Webseitenprüfung von Hubspot (https://website.grader.com/),
  • der Foundation Finder von Clinique (https://www.clinique.com/foundation-finder) oder
  • IKEAs interaktive Küchenkonfiguration (https://www.ikea.com/de/de/planner/configurable-room-kitchen/).

Trend #3: Fokus Gen-Z-Themen

Marketing für die Generation Z wird ein zentrales Element für Unternehmen in 2021 und danach. Je nach Quelle umfasst diese Generation 2,4 Milliarden Menschen, die zwischen 1995 und 2010 geboren wurden. Obwohl sich die Generation Z schon den ein oder anderen Vorwurf zu ihrem Umgang mit dem Internet und sozialen Medien anhören musste, ist genau dieser ihre Stärke.

Nicht nur setzt sich die Generation Z intensiver mit den sozialen Herausforderungen der aktuellen Zeit (Diversität, Inklusion, Geschlechtsneutralität, Klimawandel etc.) auseinander, sondern sie achtet zudem auf die Transparenz und die Positionierung von Marken. In einer umfassenden Umfrage von Facebook innerhalb der Gen Z erklärten:

61 %
der Befragten der Gen Z würden mehr für ein Produkt zahlen, wenn es nachhaltig produziert ist.
77 %
der Gen Z würde sich stärker mit einer Marke identifizieren, wenn sie Gleichstellung der Geschlechter fördert.

Trend #4: Kontextuelle Werbung kehrt zurück

In der jüngeren Vergangenheit wurde kontextuelle Werbung abgelöst von verhaltensbasierter Werbung auf Basis von Cookies. Durch technologische Veränderungen und neue wertvolle Zielgruppen (z. B. Gen Z) erlebt kontextuelle Werbung einen neuen Aufschwung im Performance Marketing.

Mit kontextueller Werbung erreichen Unternehmen ihre potenziellen Kunden im passenden digitalen Umfeld. Möglicherweise bietet dieser Trend sogar endlich den entscheidenden Startschuss für den lang ersehnten Erfolg von Programmatic-TV-Werbung. Kreativität steht in direkter Verbindung zu Kontextwerbung und wird maßgeblich die Konzeption und den Erfolg von Anzeigen beeinflussen.

Trend #5: Automatisierung – nun aber ernsthaft!

Das Buzzword „Automatisierung“ kursiert nun schon seit mehreren Jahren in der Marketingwelt, aber einmal Hand aufs Herz: Wer hat wirklich Automatisierung in seine Marketingstrategie integriert? Und nein, damit ist nicht Marketing Automation über gängige CRM-Systeme gemeint.

  • Wer nutzt Python zur automatischen Auswertung von Suchbegriffen mittels Tokenization?
  • Wer verwendet Google Ads Data Transfer zur fortgeschrittenen Analyse von Kampagnen-Daten in BigQuery?
  • Oder Deep Learning mit TensorFlow zur Bewertung der Anzeigenausspielung an unterschiedliche Zielgruppen, um das beste Creative für die passende Zielgruppe zu finden?

So sollten in einem Test der Society for Consumer Psychology (SCP) die Probanden Bilder bewerten und einen Persönlichkeitstest ausfüllen. Anhand von maschinellem Lernen wurden die Bildmerkmale und Persönlichkeitsmerkmale zugeordnet, um festzulegen, welche Bilder für welchen Persönlichkeitstyp ansprechender sind. Der Einstieg in Automatisierung ist mit Tools wie zum Beispiel KNIME oder kostenlose Kurse über Codecademy empfehlenswert.

Trend #6: Werbung cookiefrei

Die Sicherheit der Privatsphäre von Nutzern im Internet wird stetig verbessert. Durch Consent Management, DSGVO oder Privacy Shield (welches aktuell in „Revision“ ist) wird es zunehmend schwerer, personalisierte Werbung auszuspielen. Im Makro betrachtet ist nicht-personalisierte Werbung sowohl für die Konsumenten als auch für die Werbetreibenden ein Nachteil. Diese führt zu Bewerbung von Produkten oder Dienstleistungen, die irrelevant für den Betrachter in dem Moment sind und folglich zu einer schlechteren Conversion Rate.

Wie die Zukunft im Cookieless Tracking aussieht, lässt sich nur schwer vorhersagen. Fest steht, dass Google ab dem Jahr 2022 keine 3rd Party Cookies im Chrome Browser erlaubt (Apples Safari Browser unterstützt diese Einstellung schon jetzt). Daher wird 2021 ausschlaggebend für Marketingverantwortliche sein, diese neue Realität zu akzeptieren und sich sowohl strategisch als auch technisch darauf vorzubereiten. Mehr zu möglichen Alternativen erfährst du in unserem Marketing Precap Part 3 – Data Trends.

 

Michel Ramanarivo
Diese Story teilen