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90°-Drehung: Vertical Storytelling

Mit Vertical Storytelling passt sich der Content den Konsumgewohnheiten an: Auf Smartphones ist Hochformat Trumpf.
© pierluigipalazzi / Adobe Stock

Vertikaler Konsum verlangt nach vertikalem Content

Durch den Online Shop scrollen, die neusten Facebook und Insta Stories seiner Freunde verfolgen, einen digitalen Zeitungsartikel lesen, sich zum nächsten Restaurant durch die Stadt navigieren lassen, eine Überweisung tätigen – für all diese Online-Aktivitäten nutzen wir immer seltener PC oder Laptop, sondern greifen stattdessen zu smarten Handheld-Geräten, vorrangig Smartphones.

Vor allem der Konsum digitaler und sozialer Medien erfolgt mobil. Mobile-optimierte Websites und responsive Design machen es möglich. Aber wie hältst du dein Smartphone, wenn du dich durch Timelines und Stories scrollst?

95%
der Nutzungszeit halten wir das Smartphone vertikal.

Nur der Konsum von längeren Bewegtbildinhalten auf YouTube oder über Streaming-Dienste sowie das Spielen von Mobile Games veranlassen Smartphone-User dazu, ihr Gerät um 90 Grad in die Horizontale zu drehen, um vom klassischen 16:9-Format zu profitieren. In aller Regel werden Inhalte im Hochformat, also vertikal konsumiert. Dieser Gewohnheit optimal angepasst präsentiert sich das Content-Format der „Story“, das Social-Media- und Social-Messaging-Kanäle zusehends erobert. Für Marketingaktivitäten bedeutet das: 90 Grad drehen und umdenken ins Hochformat!

Wozu überhaupt Vertical Storytelling?

Das Format „Story“ liegt im Trend. Content Marketing hat längst Snapchat, Instagram und Facebook als Spielfeld für sich entdeckt, die Geschichte einer Marke zu erzählen. Für Unternehmen gibt es in der Tat viele gute Gründe, dieses Format fürs Marketing durch visuelles Storytelling mit Bewegtbild zu nutzen.

5 zentrale Vorteile von Vertical Storytelling:

#1: Channels mit Stories stechen noch aus dem normalen Newsfeed hervor.

#2: Stories lassen sich mit interaktiven Elementen wie CTAs, Links (Swipe-Up), Umfragen und Gamification-Elementen spicken, um den Nutzer zu involvieren und ihn zur Interaktion anzuregen.

#3: Aus der direkten Interaktion mit Nutzern ergibt sich leicht ein aktiver Dialog.

#4: Zur Auswertung des Erfolges stehen detaillierte Insights zur Verfügung.

#5: Über 50 Prozent des digitalen Videokonsums erfolgt heute übers Smartphone, vor allem durch jüngere Zielgruppen, die besonders empfänglich für Vertical Storytelling sind

Herausforderung Vertical Storytelling

Die Möglichkeit, dass jedermann die Storyformate in den Social-Media-Kanälen für die Präsentation seiner Inhalte nutzen kann, führt allerdings zu zwei Effekten:

  • Niemand gibt einer Story viel Zeit, sich zu entfalten. Sie muss kurz und schnell zum Punkt kommen oder der User scrollt weiter. Interessante Inhalte sind nur einen Swipe entfernt.
  • Niemand wird sich die Zeit nehmen, seinen Screen zu drehen, um einen Inhalt im Querformat zu konsumieren. Der Inhalt muss sich den Anforderungen und dem Verhalten des Nutzers anpassen.

Die 5 großen Herausforderungen des vertikalen Storytellings sind es,

  • den User auf den ersten Blick für den Inhalt zu interessieren.
  • ihn für die Dauer der Story mit fesselnden Inhalten zu binden.
  • für ihn relevanten Content in kurzer Zeit überzeugend zu vermitteln.
  • Inhalte so authentisch aufzubereiten, dass sie zum Handeln bewegen.
  • relevanten Content schnell und in dichter Folge bereitzustellen.

Vertikales Storytelling muss sich noch größeren Anforderungen stellen als traditionelle Videos und Videobeiträge für Social. Das Angebot an Stories auf den verschiedenen Channels ist enorm, sodass es schwer ist, sich gegen Konkurrenz zu behaupten und das Interesse der User zu gewinnen. Da die nächste Story nur einen Wisch weiter beginnt, muss der Inhalt nicht nur interessant genug sein, zum Klick zu animieren, sondern muss binnen nur 1,7 Sekunden das Interesse des Users wecken, da der durchschnittliche Betrachter dann bereits abspringt.

Erzähl‘ deine Geschichte: Wie funktioniert Vertical Storytelling?

Social Media Stories leben von der Illusion, dem Betrachter einen authentischen, unverfälschten Blick „Hinter die Kulissen“ zu gewähren. Dies gilt nicht nur für Stories von Stars, Sternchen, Influencern und Privatpersonen, sondern ist auch oberste Maxime für die Erstellung von Brand Stories zu Marketingzwecken.

Teile intime Einblicke, stelle spannende interne Abläufe dar und geh auf Reaktionen und Fragen der Fans und Follower ein. Transparente Einblicke hinter die Kulissen und die Darstellung authentischer Situationen aus der alltäglichen Arbeitsrealität deines Unternehmens zeugen nicht nur von Offenheit und Transparenz gegenüber potenziellen Kunden, sondern sind gleichzeitig ein hervorragendes Employer-Branding-Instrument.

Die Kunst dabei ist es, einen möglichst authentischen, aussagekräftigen Augenblick einzufangen, der jedoch das Potenzial bietet, lange nachzuhallen und sich im Gedächtnis des Betrachters festzusetzen. Starke Bilder wirken daher deutlich intensiver und nachhaltiger als gesprochenes Wort.

Marken-Content als Social-Media-Inhalt ist in aller Regel wohl geplant, durchdacht, auf Hochglanz getrimmt. Vertical Storytelling verlangt, diese Prozesse und Produktionsweisen der Authentizität zu opfern. Ungeschliffen, aus dem Moment heraus, live, spontan – dieser Eindruck muss trotz notwendiger Planung unbedingt erhalten bleiben.

Vertical Storytelling ist ein Social-Media- und Social-Messaging-Trend. Für die Verwendung auf Unternehmenswebsites eignen sich die Video- und Slideshow-Beiträge im Hochformat nicht. Der Kurzlebigkeit der Beiträge sollten sich Macher und Verantwortliche gewahr sein. Der Content muss den Moment festhalten und den Nerv des Moments treffen. Er darf nicht mit dem Anspruch produziert werden, in zwei Wochen noch funktionieren oder überhaupt noch Beachtung finden zu müssen.

Mache dich mit den Funktionen und Gimmicks wie Filtern, Stickers, GIFs und Umfragetools vertraut, die die verschiedenen Plattformen zur Verfügung stehen, um deine Stories aufzuwerten, die Übermittlung einer Grundstimmung zu unterstützen oder einen Mehrwert für den User zu schaffen.

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