Retail Media Trends 2026: Zwischen Anspruch und Wirklichkeit
Retail Media entwickelt sich vom Werbekanal zur strategischen Plattform des Handels. KI, Omnichannel und neue Datenstrategien eröffnen Unternehmen neue Spielräume entlang der Customer Journey.
Ein eindeutiges Zeichen: Amazon investiert in Retail Media
Amazon investiert massiv in sein Werbegeschäft, verknüpft Retail Media zunehmend mit Agentic AI und baut seine Commerce-Plattform Schritt für Schritt zum Medienökosystem aus. Dahinter steckt mehr als ein neues Erlösmodell: Retail Media entwickelt sich zur Daten- und Technologieplattform des Handels.
Amazon setzt damit ein klares Signal für die gesamte Branche. Marketing- und E-Commerce-Verantwortliche sollten ihre Strategien dementsprechend anpassen. Das beginnt mit einem Perspektivwechsel: Retail Media ist 2026 mehr als ein zusätzlicher Werbekanal. Es wird zum Bindeglied zwischen Marketing, CRM, Category Management und Produktentwicklung. Die folgenden drei Trends zeigen, welche Entwicklungen Retail Media jetzt vorantreiben und wie Unternehmen ihr Potenzial bestmöglich nutzen können.
Welche Rolle Amazon in deiner Media-Strategie spielen sollte, erfährst du bei der DMEXCO 2026 in der Masterclass „The 2027 Playbook: How Smart Brands Connect TV, Retail Media and Amazon for Real Commerce Results“ von Benjamin Weyrich und Sascha Jansen.
Trend #1 Closed-Loop-Attribution: Weg von Klicks, hin zu Business Impact
Retail Media verspricht einen entscheidenden Vorteil gegenüber klassischer digitaler Werbung: Unternehmen können den Einfluss einer Kampagne bis zum tatsächlichen Kauf nachvollziehen. Genau diese Closed-Loop-Attribution etabliert sich als neuer Standard.
Viele Unternehmen schöpfen das Potenzial noch nicht vollständig aus
Die Realität sieht allerdings häufig anders aus. Onsite-Kampagnen im Online-Shop, Offsite-Werbung auf Social Media und stationäre Verkäufe werten viele Unternehmen noch getrennt aus. Dadurch bleibt unklar, welche Maßnahmen tatsächlich zusätzlichen Umsatz erzeugen. Wer diese Daten intelligent zusammenführt, schafft die Grundlage für präzisere Entscheidungen und eine belastbare Erfolgsmessung.
Datenarchitektur wird zum Wettbewerbsvorteil
Die wichtigste Investition der nächsten Jahre ist deshalb keine weitere Werbefläche, sondern eine belastbare Datenarchitektur. So entsteht ein deutlich präziseres Bild darüber, welche Maßnahmen den Umsatz wirklich steigern und welche Investitionen den größten Business Impact liefern. Um einen durchgängigen Blick auf die Customer Journey zu gewinnen, solltest du:
- In Customer Data Platforms (CDPs) investieren
- Kund:innendaten für lückenlose Identity Resolution zusammenführen
- CRM-, E-Commerce- und POS-Daten verknüpfen
Neue KPIs für eine neue Realität
Auch die Erfolgsmessung verändert sich. Statt ausschließlich auf ROAS oder Klickrate zu schauen, werden Incrementality Tests, Multi-Touch-Attribution und Media Mix Modeling wichtiger. Zukunftsfähige Unternehmen wissen jederzeit, welche Kampagne für welchen Umsatz gesorgt hat.
Trend #2 Omnichannel entfaltet das volle Potenzial von Retail Media
Retail Media findet heute überall statt: im Online-Shop, in Apps, auf Marktplätzen, in Newslettern und zunehmend auch im stationären Handel. Seinen größten Mehrwert entfaltet Retail Media jedoch erst dann, wenn alle Touchpoints auf einer gemeinsamen Datenbasis zusammenspielen und Unternehmen ihre Kund:innen kanalübergreifend begleiten.
Retail Media endet nicht im Online-Shop
Dirk Hahn (Schwarz Media), Lableiter Markttransparenz und Standards im Retail Media Circle (RMC) im BVDW, bringt diese Entwicklung auf den Punkt:
„Das große Potenzial von Retail Media liegt im Omnichannel-Ansatz: Starke Loyalty-Programme ermöglichen präzises Drive-to-Store-Marketing und eine echte Closed-Loop-Attribution bis an den Point of Sale. Um dieses Wachstum nachhaltig zu skalieren, ist konsequente Standardisierung unerlässlich – für maximale Transparenz und Effizienz.“
Jetzt entscheidet die technologische Umsetzung
Neue Möglichkeiten führen nicht immer direkt zu neuen Prozessen. Viele Unternehmen befinden sich aktuell mitten in dieser Transformation. Onsite-, Offsite- und In-Store-Media werden häufig noch getrennt gesteuert. Genau hier liegt jedoch das größte Entwicklungspotenzial: Wer Daten, Systeme und Kanäle intelligent miteinander verbindet, schafft eine konsistente Customer Journey und nutzt Retail Media deutlich effektiver.
Shop und Filiale wachsen zur Commerce-Plattform zusammen
Amazon zeigt bereits, wohin sich die Entwicklung bewegt: Das Unternehmen baut seine Retail-Media-Plattform kontinuierlich aus und nutzt dafür sowohl Sponsored Ads und personalisierte Produktempfehlungen als auch die Einbindung von Prime Video. Hinzu kommen zunehmend KI-gestützte Werbeformate. Der Online-Shop wächst damit zunehmend zu einem umfassenden Medienökosystem heran.
Auch der stationäre Handel rüstet kontinuierlich auf. Digital Signage, Smart Shelves oder elektronische Regaletiketten schaffen neue Möglichkeiten für personalisierte Kampagnen. Besonders großes Potenzial entsteht dort, wo Online-Shop und Filiale intelligent miteinander verknüpft werden.
Trend #3 Daten werden zum eigentlichen Produkt
Die wertvollste Ressource von Retail Media sind First-Party-Daten. Händler:innen verfügen über Informationen zu Suchverhalten, Warenkörben, Kaufzyklen oder Preiselastizitäten, die in dieser Qualität praktisch einzigartig sind.
Retail Media wird zur Datenplattform
Viele Unternehmen nutzen dieses Potenzial bislang vor allem für Kampagnenreportings. Der nächste Entwicklungsschritt besteht darin, Retail Media als strategische Datenplattform zu verstehen. So entstehen nicht nur neue Erlösmodelle, sondern auch wertvolle Erkenntnisse für Marketing, Vertrieb und Produktentwicklung. Drei Ansätze gewinnen dabei besonders an Bedeutung:
- Strategische Markenkooperationen
- Data Clean Rooms
- Data Licensing
Produktentwicklung wird datengetrieben
Von den neuen technischen Möglichkeiten profitiert nicht nur das Marketing. Retail Media avanciert zunehmend zum Innovationslabor für Produktentwicklung und Category Management. Reale Einkaufsdaten ermöglichen es, Produktvarianten, Preisstrategien oder Verpackungen kontinuierlich zu optimieren. Retail Media wird damit zunehmend zur Entscheidungsgrundlage für strategische Sortiments- und Produktentscheidungen.
Hochwertige Produktdaten werden zum Erfolgsfaktor
Mit KI-gestützten Shopping-Assistenten und Recommendation Engines steigen auch die Anforderungen an Product Content. Strukturierte Daten, hochwertige Bilder und KI-lesbare Produktinformationen entscheiden künftig darüber, welche Produkte überhaupt sichtbar bleiben.
Wer seine Produktdaten heute strukturiert und KI-lesbar aufbereitet, verbessert nicht nur die Sichtbarkeit seiner Angebote, sondern schafft gleichzeitig die Grundlage für zukünftige Commerce-Erlebnisse.
Fazit: Retail Media Trends kündigen die nächste Entwicklungsstufe an
Retail Media wandelt sich rasant. KI, Omnichannel-Strategien und datengetriebene Geschäftsmodelle eröffnen Unternehmen neue Möglichkeiten, Marketingmaßnahmen messbar zu machen und Kund:innen entlang der gesamten Customer Journey zu begleiten.
Gleichzeitig zeigt sich: Der nachhaltige Erfolg von Retail Media hängt immer stärker von einer intelligenten Datenstrategie, standardisierten Messmethoden und einer engen Zusammenarbeit zwischen Marketing, E-Commerce und Produktentwicklung ab.
Unternehmen, die diese Grundlagen bereits heute schaffen, sichern sich entscheidende Wettbewerbsvorteile für die nächste Entwicklungsstufe des Commerce.
Wie das in der Praxis gelingt und welche Strategien führende Unternehmen bereits erfolgreich einsetzen, erfährst du beim Retail & Commerce Media Summit powered by BVDW auf der DMEXCO 2026. Sichere dir jetzt dein Ticket und entdecke, wie Retail Media zum Wachstumstreiber deines Unternehmens wird.