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Remote Leadership: Wie du dein Team ortsunabhängig führst

Bei der Remote Leadership müssen einige alte Gewohnheiten über Bord geworfen und neue Führungsstrategien für den digitalen Workplace entwickelt werden.
Bild: © pressmaster / Adobe Stock

Führung auf Distanz – warum Remote Leadership neue Strategien verlangt

Der klassische 9-to-5-Job, in dem Mitarbeiter fünf Tage die Woche physisch anwesend sein müssen, hat schon lange an Attraktivität eingebüßt. Wer als Unternehmen insbesondere für junge Arbeitnehmer interessant sein will, muss heute eine flexiblere und individuellere Gestaltung des Arbeitsalltages ermöglichen. Mit der COVID-19-Krise ist die Option, im Home Office zu arbeiten, schließlich zu einer Notwendigkeit geworden.

Doch wie führst du ein Team, das über unterschiedliche Stadtteile oder gar Länder verstreut ist? Die kurze Absprache auf dem Flur fällt ebenso weg wie das Vier-Augen-Gespräch beim Mittagessen oder die Möglichkeit, die Mitarbeiter zu einem spontanen Meeting zusammenzutrommeln. Will Remote Leadership erfolgreich sein, müssen einige alte Gewohnheiten über Bord geworfen werden. Denn viele Maßnahmen, die sich in On-site Settings etabliert haben, lassen sich nicht einfach in den digitalen Workspace übertragen. Für die Aufgabenkoordination, die Kommunikation und Teamführung müssen neue Strategien entworfen und konsequent umgesetzt werden, um bei der Remote Work ein hohes Maß an Effizienz und Mitarbeiterzufriedenheit zu erreichen. Im Folgenden stellen wir dir die wichtigsten Punkte vor, die du bei der Digital Leadership beachten solltest.

#1 Communication is key: Halte dein virtuelles Team emotional zusammen

Wenn das Team nur selten oder – wie in Zeiten der Corona-Pandemie – überhaupt nicht mehr physisch zusammenkommt, ist die Gefahr groß, dass die Mitarbeiter den Bezug zum großen Ganzen verlieren. Damit dein Team nicht in lauter Einzelkämpfer zerfällt, für die das gemeinsame Ziel aus dem Blick gerät, sollten auch im digitalen Workspace regelmäßige Teambuilding-Maßnahmen stattfinden. Trotz räumlicher Entfernung braucht es die Entwicklung von Routinen, die das Team zusammenhalten. So sind regelmäßige Video-Besprechungen und Gruppen-Updates absolut essenziell, um ein Gefühl von Gemeinschaft und Kooperation herzustellen. Definiere dafür feste Termine, sei es für eine tägliche kurze Videokonferenz am Morgen oder ein ausführlicheres Wochenmeeting, zu denen sich die Teammitglieder kontinuierlich austauschen und auf den aktuellen Stand bringen können.

#2 Stelle die Verfügbarkeit aller relevanten digitalen Tools und Programme sicher

Die grundlegende Voraussetzung für die effiziente Zusammenarbeit verteilter Teams besteht in der Zugänglichkeit von gemeinsam genutzten Kommunikations- und Kollaborationstools. Eine entscheidende Aufgabe der Remote Leadership liegt darin, geeignete digitale Tools und Lösungen zu ermitteln und sich diese im ersten Schritt selbst anzueignen.

Im nächsten Schritt solltest du alle Mitarbeiter im Umgang mit Projektmanagement-Tools und den zu nutzenden Kommunikationskanälen schulen. Dies geschieht am besten systematisch in einem oder mehreren Teammeetings. Überlasse dein Team im Umgang mit neuen Tools auf keinen Fall sich selbst. Das sorgt nicht nur für Frustration, sondern geht langfristig, aufgrund verzögerter Prozesse und wiederholter Rückfragen, mit einem deutlich höheren zeitlichen Aufwand einher. Zudem solltest du in deiner Rolle als Remote Leader sicherstellen, dass deine Mitarbeiter unmittelbar alle benötigten Zugänge erhalten und diese nicht erst mitten im Workflow freigeschaltet werden müssen.

#3 Setze bei der Remote Leadership auf eine ziel- und ergebnisorientierte Arbeitsweise

Im digitalen Workspace fallen einige „natürliche“ Kontrollmechanismen weg. Als Führungskraft hast du dein Team schlichtweg nicht Tag für Tag im Blick. Einzelne Arbeitsschritte aus der Ferne zu überwachen ist sehr aufwendig und meist wenig zielführend. Statt auf Kontrolle sollte bei der Remote Leadership deshalb verstärkt auf Vertrauen sowie auf eine ergebnisorientierte Herangehensweise gesetzt werden. Dafür sind die gemeinsamen Ziele und zu erreichenden Ergebnisse für jedes Projekt im Team genau zu definieren. Auf Basis dieser vereinbarten Ziele erfolgt später die Erfolgsmessung.

#4 Triff feste Vereinbarungen für den digitalen Workspace

Um deinem Team trotz der flexiblen Tagesgestaltung im Home Office einen verbindlichen Rahmen zu geben, sollten neben den Arbeitszielen präzise organisatorische und koordinative Absprachen und Vereinbarungen getroffen werden. Darunter fällt beispielsweise die Frage, zu welchen Kernzeiten die Mitarbeiter erreichbar sein müssen. Auch Zuständigkeiten innerhalb des Teams sollten eindeutig zugeteilt werden, denn anders als bei der Arbeit vor Ort sind spontane Absprachen im digitalen Workspace mit einem deutlich höheren kommunikativen Aufwand verbunden.

#5 Achte bei der Digital Leadership auf kristallklare Briefings

Ein Aspekt, der häufig zu wenig berücksichtigt wird, ist die Bedeutung von durchdachten und verständlichen Briefings. Während sich im Büroalltag unklare Arbeitsanweisungen oftmals schon mit einem kurzen Gespräch zwischen Kaffeemaschine und Arbeitszimmer klären lassen, nimmt der Informationsaustausch im digitalen Workspace meist mehr Zeit in Anspruch. Dies gilt vor allem für die schriftliche Kommunikation, die schnell weitere Missverständnisse nach sich zieht. Ein kurzer Video Call kann schneller und effizienter für Klarheit sorgen. Im Idealfall sind deine Briefings aber von vornherein so unmissverständlich formuliert, dass Nachfragen nur selten nötig sind. In Projektmanagement-Tools wie Asana oder Monday kannst du nicht nur die Aufgabenbriefings für deine Mitarbeiter, sondern auch weitere benötigte Dokumente und Arbeitsmaterialien übersichtlich ablegen.

#6 Unterhalte in der Remote Leadership eine persönliche Verbindung zu deinen Mitarbeitern

Nur weil dich und deine Teammitglieder etliche Kilometer trennen, bedeutet das nicht zwingend, dass der digitale Workspace anonym und unpersönlich sein muss. Bei der Remote Work sollte ein besonderes Augenmerk darauf liegen, einen direkten Bezug zu den Mitarbeitern herzustellen. Achte darauf, in regelmäßigen Abständen persönliche Gespräche mit deinen Mitarbeitern zu führen. Dazu nutzt du am besten nicht das Telefon, sondern Video-Kommunikationstools wie Slack oder Skype, die auch im digitalen Workspace Vier-Augen-Gespräche ermöglichen. Gib deinen Mitarbeitern auch aus der Ferne ein regelmäßiges Feedback und pflege eine motivierende, wertschätzende Unternehmenskultur. Damit baust du mit der Remote Leadership ein starkes Team auf, das an einem gemeinsamen Strang zieht.

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