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Developer Relations – warum Softwareanbieter in DevRel investieren sollten

Developer Relations schaffen einen direkten Draht in die Entwickler-Community und ermöglichen einen gemeinsamen Austausch.
Bild: © kasto / Adobe Stock

DevRel – strategische Beziehungspflege von Experten zu Experten

Ob Microsoft, Intel, Google oder SAP – in immer mehr Software- und IT-Konzernen nimmt das Thema Developer Relations einen zentralen Platz in der strategischen Unternehmensausrichtung ein. Hinter dem Begriff DevRel steht ein relativ neuer Trend aus den USA, der auch in Europa und Deutschland zunehmend Fuß fasst.

Zentral für Developer Relations sind der gezielte Kontaktaufbau und die strategische Beziehungspflege zu externen Softwareentwicklern und Programmierern durch eigene Spezialisten aus diesem Bereich. Mit DevRel verknüpfen Unternehmen vor allem das langfristige Ziel, möglichst nachhaltige Verbindungen in der Entwickler-Community aufzubauen. Dies gelingt über eine Nutzeransprache auf Augenhöhe – quasi von Experten zu Experten.

Developer Relations weltweit im Kommen

Insbesondere auf dem amerikanischen und britischen Markt sind Developer Relations Manager derzeit sehr gefragt. Die Branchenstudie „State of Developer Relations 2019“ der Unternehmensberatung hoopy verdeutlicht:

52%
der sogenannten Developer Evangelists arbeiten in den USA und
15%
in Großbritannien.

Während in kleineren Unternehmen oft nur ein Developer Relations Manager tätig ist, bestehen die Developer Relations Teams bei den Tech-Größen heute bereits aus mehreren Dutzend bis mehreren Hundert Spezialisten für die Kontaktpflege mit der Community. Auch ein Blick in die Stellenanzeigen im deutschsprachigen Raum zeigt einen stark zunehmenden Bedarf für die spezialisierten Netzwerker.

DevRel nutzt den wachsenden Einfluss von Entwicklern in Unternehmen

Woher kommt die steigende Nachfrage nach DevRel? Einer der wesentlichen Gründe hierfür liegt schlicht und ergreifend in der Tatsache, dass der Einfluss von Entwicklern in mehr und mehr digitalisierten Unternehmen stetig zunimmt. Dementsprechend wachsen auch ihre Entscheidungskompetenz, etwa für die Auswahl von Technologie, und das Vertrauen in ihre Entscheidungsfindung kontinuierlich.

Zu diesem Ergebnis kommt auch eine Studie des Softwareentwicklers MongoDB unter mehr als 1.500 Entwicklern und Entscheidungsträgern. Demnach herrscht zwischen Entwicklern und Entscheidungsträgern ein breiter Konsens sowohl mit Blick auf die jeweilige geschäftliche Ausrichtung des Unternehmens als auch im Hinblick auf die Anschaffung neuer Software-Lösungen.

Entsprechend groß sind heute die Freiheiten auf Entwicklerseite bei der Wahl der bevorzugten Technologien. Damit erhalten Anbieter von IT- und Softwareprodukten einen direkten Zugang zu einer für sie spannenden Zielgruppe – ohne die bisherigen Umwege über fachfremde Entscheider.

Developer Relations treffen den Zeitgeist in der Entwickler-Community

Zugute kommt den Developer Evangelists ein weiterer Trend in der Entwickler-Community. Viele Entwickler setzen auf eine zunehmende Vernetzung, um sich auch über das eigene Unternehmen hinaus zu den Herausforderungen und Ergebnissen ihrer Arbeit regelmäßig auszutauschen. Nicht umsonst erleben DevRel-Meetups oder DevRel-Konferenzen wie die DevRelCon weltweit einen enormen Zulauf: Sie bieten den spezialisierten Netzwerkern ideale Anknüpfungspunkte für den Aufbau und die Pflege von Beziehungen.

Awareness, Aufklärung, Recruiting – DevRel eröffnet zahlreiche Chancen

Je nach Größe des Developer Relation Teams, dem Entwicklungsgrad der Firma und der geschäftlichen Ausrichtung lassen sich in der Vermittlung zwischen Unternehmen und externen Entwicklern verschiedene Ziele verfolgen:

  • Awareness: Der Kontaktaufbau in der Entwicklerszene wird dazu genutzt, die Bekanntheit des eigenen Unternehmens in der Zielgruppe zu steigern und die eigenen Produkte und Lösungen vorzustellen.
  • Guidance: Im gemeinsamen Austausch sorgen DevRel Manager für ein besseres Verständnis für die Einsatzmöglichkeiten, den Mehrwert und die Anwendung der hauseigenen Technologien.
  • Feedback: Developer Relations schaffen ein wichtiges, externes Testfeld für die eigenen Angebote und ermöglichen ein wertvolles Feedback aus der Entwickler-Community für weitere Anpassungen und Verbesserungen.
  • Community Building legt den Grundstein für ein breites Netzwerk an hochwertigen und engagierten Kontakten in der Zielgruppe und bewirkt durch den Aufbau gegenseitiger Vertrautheit eine stärkere Bindung an das Unternehmen und seine Produkte.
  • Experience: DevRel bietet einen umfassenden Blick über den eigenen Horizont hinaus auf spannende Entwicklungen, Projekte und Best Practices. Die Teilhabe am breiten Erfahrungsschatz der Community ermöglicht wertvolle Learnings und sorgt für einen regelmäßigen Wissenstransfer ins Unternehmen hinein.
  • Recruiting: Entwickler und IT-Spezialisten sind besonders gefragt. Gerade in diesen Bereichen herrscht bereits heute ein besonders großer Engpass. Developer Relations bieten die besondere Chance, den direkten Draht in die Entwicklerszene auch für das Recruiting zu nutzen und sich als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren.

Developer Relations als langfristiges Projekt begreifen

DevRel bedeutet intensive Beziehungspflege und ist daher nicht als Sprint, sondern als Ausdauerlauf zu verstehen. Der erfolgreiche Aufbau von Kontakten und die Vernetzung in der Entwickler-Szene setzen eine langfristige und nachhaltige Strategie sowie meist auch einen langen Atem voraus. Um zu überzeugen, bedarf es guter Ideen, passender Inhalte und einer ganzheitlichen Betreuung. Denn letztlich steht in der Kontaktpflege im Rahmen der Developer Relations das Zwischenmenschliche im Vordergrund – und genau hier müssen Unternehmen Vertrauen aufbauen und überzeugen.

Daniel Dodt
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