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3 Tipps: So gelingt die Teamarbeit als Softwareentwickler im Homeoffice

Für Softwareentwickler im Homeoffice ist Teamarbeit wichtig.
Bild: © Danial RiCaRoS / Unsplash

Softwareentwickler im Homeoffice: Spätestens seit Corona notwendige Realität

Lockdowns und Hygienevorschriften im Zuge der Corona-Pandemie brachten so manche unternehmensinterne Organisationsstruktur und geltende Dogmen ins Wanken. Teams wurden ad hoc räumlich auseinandergerissen und gezwungen, ihre Zusammenarbeit disloziert remote aus dem Homeoffice fortzusetzen. Gerade in der Produktentwicklung fiel dieser Schritt vielen Unternehmen nicht leicht. Denn der als Marketingbotschaft kommunizierte Stolz auf eine Produktentwicklung inhouse ist vielmals auch mit der Vorstellung verbunden, Entwicklerteams wären dann am produktivsten, wenn sie räumlich eng zusammenarbeiten.

Natürlich liegt diesem Glauben eine rationale Überlegung zugrunde. Die Idealvorstellung eines kolloziert kollaborierenden Entwicklerteams bietet aus unternehmerischer Sicht viele Vorteile:

  • Die Kommunikation innerhalb des Teams erfolgt direkt und unmittelbar. Das spart Zeit.
  • Entscheidungen werden auf Grundlage gemeinschaftlicher Überlegungen getroffen.
  • Probleme werden gemeinsam unter Einbeziehung der Ansätze vieler Mitarbeiter gelöst.
  • Es müssen weniger Übergaben vorgenommen werden.
  • Gewünschte Ergebnisse und Zielvorstellungen werden in agiler Zusammenarbeit definiert und angepasst.
  • Verschiedene Lösungsansätze für ein Problem werden entwickelt und vergleichend gegenübergestellt.
  • Die erarbeiteten Ergebnisse werden iterativ in enger Abstimmung mit dem Kunden getestet.

Keine Frage der Technologie: Möglich ist alles!

Als Softwareentwickler im Homeoffice ortsunabhängig auch in größeren Teamstrukturen tätig zu sein, ist natürlich keine Neuerung. Es handelt sich um eine Entwicklung, die ohnehin bereits im Gange war und längst Arbeitsrealität vieler Produktentwickler in erfolgreichen Unternehmen rund um den Globus ist. Der eigentliche Treiber, der die Kollokation und ihre Vorteile obsolet machte, war nicht erst COVID-19, sondern die rasante Evolution digitaler Kollaborationstools. Diese bieten das Potenzial, die aufgezählten Vorteile agiler Produktentwicklung verlustfrei in den digitalen Raum zu übertragen.

Eine Projektmanagement-Software sowie digitale Kommunikations- und Kollaborationstools allein sind allerdings noch kein Garant für eine reibungsfreie, produktive Zusammenarbeit. Folgende 3 Tipps sollen dir und deinem Team Hilfestellung geben, wie ihr die gemeinschaftliche Arbeit als Produktentwickler remote im Team optimieren könnt.

Tipp #1: Zusammenarbeit remote braucht mehr Regeln

Arbeiten nach dem eigenen Biorhythmus – ein Vorteil, den das Homeoffice für einige Berufsfelder mit sich bringt. Für die Arbeit im Team, in dem ein jedes Mitglied auf das andere angewiesen ist, sind völlig frei wählbare Arbeitszeiten jedoch nicht praktikabel. Bestimmte Normen und Absprachen, die im Büro wie selbstverständlich akzeptiert werden, sind in der Remote-Arbeit nicht intuitiv spürbar und befolgbar, etwa:

  • Wann sollte der Arbeitstag für alle begonnen haben und wann sollte er enden?
  • Wann und für welche Dauer sind Pausen sinnvoll?
  • Wann sollte ich den Kollegen nicht in seiner Konzentration stören?
  • Wann ist es angebracht, sich verbal einzubringen oder einen Dialog anzuregen?

Für derartige Fragestellungen, die eine entscheidende Auswirkung auf die Produktivität aller Teammitglieder haben, müssen verbindliche Normen und Grundregeln definiert werden. Ein digitaler Workspace braucht klare, vorab definierte und von allen Teammitgliedern sowie Führungspersonen akzeptierte Vereinbarungen wie:

  • In welchen Kernzeiten sollten alle Teammitglieder online verfügbar sein?
  • Auf welchen Kanälen und in welcher Form sind kurze Abwesenheiten wie Pausen oder Telefonate und Besprechungen zu kennzeichnen?
  • Welche Kleidung ist im Fall einer Videokonferenz oder eines Kundengesprächs zu tragen?
  • Welche festen Besprechungstermine sind für welche Themen vorgesehen?
  • Wer ist verantwortlich und berechtigt, bestimmte für alle Teammitglieder relevante Informationen bereitzustellen und aktuell zu halten?

Tipp #2: Balance zwischen Kommunikation, Kollaboration und Konzentration

Kommunikationswege gibt es zuhauf. Wir alle verwenden wohl einen Kommunikationsdienst wie Slack, zusätzlich Google Docs für geteilte Dokumente, ein Scrum- oder ein Kanban-Board, ein E-Mail-Programm, einen Video-Telefonie-Dienst wie Zoom und zusätzlich natürlich noch ein Telefon. Können wir im Büro einen Kollegen einfach an seinem Schreibtisch besuchen, müssen wir uns bei der Arbeit remote für einen der zahlreichen Kanäle zur Übermittlung unseres Anliegens entscheiden.

Damit hierbei kein Chaos entsteht und überhaupt gewährleistet bleibt, dass jedes Teammitglied Phasen konzentrierten Arbeitens ohne Störungen erhält, müssen auch bezüglich der Kommunikation klare Vereinbarungen getroffen werden:

  • Welcher verfügbare Kanal wird für Anliegen welcher Art und welcher Dringlichkeit verwendet?
  • Welche Kanäle sollten dem dringenden Notfall vorbehalten bleiben?
  • Welche Kanäle erfordern sofortige Reaktion vom Mitteilungsempfänger und welche muss er gegebenenfalls nur in bestimmten Abständen prüfen?
  • Welche Art von Anliegen erfordert eine Gruppennachricht an mehrere Mitglieder und welche Absprachen können unter vier Augen getroffen werden?
  • Welche Anliegen erfordern die Diskussion in einem Teammeeting?

Wichtig ist es, bei jedem Teammitglied Verständnis dafür zu erzeugen, dass synchrone Kommunikation jeden einzelnen seiner zeitlichen Flexibilität und seines Konzentrationsraums beraubt. Im Zweifel sind daher immer Mittel zur asynchronen Kommunikation zu bevorzugen.

Tipp #3: Investitionen in Visualisierung zahlen sich aus

Nutzt ihr für eure Arbeit als Produktteam im Büro vermehrt visuelle Hilfsmittel wie

  • Impact Mapping,
  • Story Mapping,
  • Experience Mapping,
  • Opportunity Solution Trees oder
  • Whiteboard-Sessions zur Ideenfindung,

solltet ihr euch eine geeignete Software suchen, die in der Lage ist, die von euch benötigte Funktion bestmöglich abzubilden. Wichtig ist bei jedem Whiteboard Tool vor allem, dass es allen Teammitgliedern zeitgleich Zugriff und Bearbeitungsmöglichkeiten in Echtzeit erlaubt und dass es in der Lage ist, von euch angewandte Mittel und Methoden wie Post-its oder Flussdiagramme bestmöglich zu simulieren. An Mitteln zur Visualisierung und gemeinschaftlichen Ideenfindung zu sparen, ist auf lange Sicht fatal.

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