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Oculus Quest: Ein neuer Meilenstein für VR

Oculus Quest: Ein neuer Meilenstein für VR

Eine Milliarde Menschen in Virtual Reality: Das ist die ehrgeizige Mission für Facebooks Tochterfirma Oculus. So erklärte es Mark Zuckerberg zu Beginn seiner Keynote auf der Entwicklerkonferenz “Oculus Connect”. Zugleich räumte er ein, dass sie nicht einmal ein Prozent dieser Reise hinter sich haben. Jetzt geht es darum, den nächsten Meilenstein zu erreichen: Mindestens zehn Millionen aktive Nutzer brauche eine Plattform, um zu überleben. Dabei soll das neue Headset Oculus Quest helfen, das für das Frühjahr 2019 angekündigt ist. Möglicherweise kommt hier erstmals alles zusammen, was Virtual Reality für den Durchbruch heute noch fehlt.

Was Oculus Quest kann

Oculus Quest soll dabei genauso viel kosten wie das High-End-Headset Oculus Rift: 399 US-Dollar. Quest aber ist „Stand-alone“. Es ist also alles bereits im Gehäuse enthalten. Man braucht somit nicht wie bei der Rift einen leistungsfähigen Spiele-PC. Kabel gibt es ebenfalls keine. Und man muss nicht erst Sensoren im Raum aufstellen. Aufsetzen und loslegen – so lautet das Versprechen.

So ähnlich ist es heute schon bei der Oculus Go, die es ab 199 US-Dollar gibt. Diese allerdings ist technisch in vielen Punkten unterlegen. Die Rechenpower im Inneren entspricht beispielsweise einem etwa zwei Jahre alten Smartphone. Man hat zudem nur einen einzelnen, recht simplen Controller zur Hand. Und man kann sich mit der Go nicht frei im Raum bewegen. Sie ist eher für Unterhaltung gedacht. Am anderen Ende der Skala sitzt die Rift. Und genau dazwischen die Quest.

Go, Quest und Rift sind von nun an die drei Oculus-Plattformen, mit denen das Unternehmen seine hoch gesteckten Ziele erreichen will. Alles, was man heute für eines dieser Geräte entwickle, werde auch auf allen Nachfolgern funktionieren, versprach Mark Zuckerberg. Damit will er Entwickler motivieren, Zeit, Mühe und Geld zu investieren. Denn ohne die passende Software nützt bekanntlich die beste Hardware nichts.

Mehr als nur Spielefans im Visier

Dabei wurde während der Keynote zugleich deutlich, dass Oculus über Spiele als Anwendungsfall für Virtual Reality hinaus denkt. Natürlich nehmen sie eine wichtige Rolle ein. Aber wenn es nach Facebook geht, soll VR auch Einzug in die Büros halten – rein dienstlich, versteht sich. Gezeigt wurde beispielsweise, wie sich ein 3D-Modell in der virtuellen Realität erstellen lässt. Dazu kam eine PC-Anwendung zum Einsatz, die als „Hybrid-App“ auch in VR funktioniert. Als Anwender hat man dabei die gleichen Funktionen und Werkzeugpaletten zur Hand. Wie gut das in der Praxis funktioniert, wird sich noch zeigen müssen. Deutlich wird dennoch, dass Oculus mehr Anwendungsfälle für die eigene Hardware schaffen will.

Virtual, Augmented und Mixed Reality

Zugleich konkurriert man mit einer weiteren Zukunftstechnologie, die in den letzten Wochen und Monaten mehr Aufmerksamkeit bekommen hat: Augmented Reality. Während der Nutzer bei der Virtual Reality in eine computergenerierte Welt abtaucht, wird bei AR die eigene Umgebung um digitale Informationen und Gegenstände ergänzt. Microsoft ist hier zum Beispiel mit seinem HoloLens-Projekt aktiv. Und auch das vieldiskutierte Start-up Magic Leap hat inzwischen eine erste Version seines Headsets gezeigt.

Oculus will nun ebenfalls mitspielen und zeigte die frühe Version einer Anwendung, bei der sich die virtuelle und die reale Welt miteinander vermischen. Technisch ist das vollkommen anders umgesetzt als zum Beispiel bei HoloLens. Aber die Zielrichtung ist ähnlich. Oculus’ Chef-Visionär Mike Abrash sieht die Zukunft in Geräten, die alles das miteinander vereinen.

Warum das für Marketer wichtig ist

Relevant fürs Marketing wird das alles, wenn sich eine selbstbewusste Vorhersage aus der Oculus-Keynote bewahrheitet: Virtual Reality könnte so wichtig werden wie Mobile. Das Potenzial ist durchaus interessant. Mit Virtual und Augmented Reality lassen sich schließlich vollkommen neuartige Erlebnisse schaffen. Informationen können auf neue Weise vermittelt werden. Ein leistungsstarkes, autarkes Headset könnte bisherige Hürden überwinden.

Fazit

Virtual Reality fehlte bislang der “iPhone-Moment”. Schließlich war es diese Hardware, die den lange erwarteten Durchbruch fürs Mobile Web ermöglicht hat – gemeinsam mit anderen Innovationen wie dem App Store sowie immer leistungsfähigeren Mobilfunknetzen. Oculus Quest könnte dank Hardware, Software und Preis dem flächendeckenden Einsatz den Weg ebnen. Ob das der Fall ist, werden wir im Frühjahr erleben.

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