Lieferdienste – vom Lockdown-Hype zum Dauerbrenner?

Viele Restaurants sind wieder offen, trotzdem hält der Boom um Lieferdienste wie Gorillas, Flink und Co. weiter an. Was macht die Konzepte so erfolgreich? Und worin unterscheiden sich die Unternehmen? Das und mehr erfährst du hier.

Lieferdienste – Einkauf per App
Bild: © Kawee / AdobeStock

Welche Strategien sind lukrativ? 4 Dienstleister im Vergleich

Spätestens seit Beginn der Corona-Pandemie hat sich das Konsumverhalten der Menschen verändert. Vieles hat sich in die digitale Welt verlagert – so auch der Lebensmittelkauf. Angesichts dieser Entwicklung scheint der Hype um Lieferdienste sowohl für Gründer:innen wie auch für Investor:innen keine Grenzen zu kennen. Nach der Wiedereröffnung der Gastronomie schießen Lebensmittel-Lieferdienste immer noch wie Pilze aus dem Boden und machen etablierten Dienstleistern wie Lieferando, Delivery Hero und Co. Konkurrenz.

Das Geschäftsprinzip ist schnell erklärt: Kund:innen erledigen ihren Einkauf online – meist per App. Nach Eingang der Bestellung suchen Mitarbeiter:innen des entsprechenden Lieferdienstes die Waren zusammen und liefern ihn an die Kund:innen aus. Zuzüglich zum Kaufpreis wird für den Einkauf eine Liefergebühr gezahlt.

Für die Kund:innen gestaltet sich der Einkauf so bequem und einfach. Auf Seite der Lieferdienste gibt es allerdings eine große Herausforderung: Der Markt ist hart umkämpft. Wollen sich Newcomer erfolgreich durchsetzen, sind besonders zwei Dinge gefragt: Reichweite und Alleinstellungsmerkmale, die ziehen. Zeit für einen Vergleich:

Getir – Vorreiter der Schnelllieferdienste

Das Istanbuler Start-up Getir entstand 2015 und gilt als Trendsetter für die Ideen vom 10-Minuten-Lieferdienst. Angefangen mit Lieferungen in der Türkei, hat Getir sein Liefergebiet inzwischen auf weitere Länder ausgeweitet. Auf dem deutschen Markt verfolgt das Unternehmen ehrgeizige Pläne: innerhalb von zwei Jahren will Getir in 10 Städten aktiv sein und sich der Konkurrenz gegenüber durchsetzen. Ob das gelingt, bleibt abzuwarten. Zumindest eines ist jedoch gewiss. Mit seiner Gründung 2015 baut Getir auf jede Menge Erfahrung. Und auch wirtschaftlich steht das Unternehmen gut da. Nach Angaben der Wirtschaftswoche kam Getir im Juli 2021 auf eine Firmenbewertung von 2,2 Milliarden Euro.

  • Lieferkosten: ohne Lieferkosten
  • Mindestbestellwert: 10 Euro
  • Liefergebiet: Türkei, London, Amsterdam, Berlin

Gorillas – Lieferung in 10 Minuten

Gorillas wurde 2020 in Berlin gegründet. Seitdem erklimmt das Start-up im Affentempo dem Markt. Das Werbeversprechen lautet, Lebensmittel-Lieferungen innerhalb kürzester Zeit zu ermöglichen. Gerade einmal 10 Minuten soll der Einkauf per Smartphone mit Gorillas benötigen. Investor:innen zeigen sich von Gorillas überzeugt. Laut Business Insider sammelte das Start-up erst im Oktober rund 860 Millionen Euro ein.

  • Lieferkosten: 1,80 Euro
  • Mindestbestellwert: kein Mindestbestellwert
  • Liefergebiet: Deutschland, Belgien, Dänemark, Frankreich, Italien, Niederlande, Spanien, Vereinigtes Königreich

Flink – Express-Bringdienst mit starker Reichweite

Flink folgte Gorillas Ende 2020. Auch Flink setzt auf Express-Lieferungen von Lebensmitteln zu Supermarkt-Preisen. Innerhalb Deutschlands punktet das Start-up allerdings mit einem größeren Liefergebiet. Insgesamt bietet Flink seinen Service zur Zeit in 43 deutschen Städten an. Die Bewertung lag laut Business Insider im September 2021 bei 2,1 Milliarden US-Dollar.

  • Lieferkosten: 1,80 Euro
  • Mindestbestellwert: 1 Euro
  • Liefergebiet: Deutschland

Alpakas – Nachhaltigkeit statt Schnelligkeit

Seit 2021 gibt es in Berlin den Newcomer Alpakas. Anders als die Konkurrenz setzt das Start-up auf Zero Waste. Sämtliche Produkte werden in Mehrweggläsern abgefüllt oder in wiederverwendbaren Netzen geliefert. Hinzu kommt ein stark regionaler Fokus, der Kund:innen ein ressourcenschonendes Einkaufen ermöglicht. Gestartet ist das Start-up mit einer Millionenfinanzierung – und baut damit auf ein solides Fundament, um sich auf dem Markt zu behaupten.

  • Lieferkosten: 3,90 Euro / ab einem Bestellwert von 25 Euro kostenfrei
  • Mindestbestellwert: 1 Euro
  • Liefergebiet: Berlin

 

Du willst mehr über Alpakas wissen?

Wir haben mit Simon Chorzelski, einem der drei Gründer von Alpakas, gesprochen. Hör rein und erfahre, was das Start-up ausmacht und welche weiteren Ziele das Alpakas Team verfolgt.

Wird der Trend bleiben?

Das Liefergeschäft ist vor allem eines: wettbewerbsintensiv. Auf dem Markt der Lebensmittel-Lieferdienste sind geschicktes Marketing und schnelles Wachstum daher enorm bedeutsam. Welche Strategien besonders profitabel sind und wie sich der Markt für Lieferdienste weiter entwickeln wird, bleibt spannend.