Insight Out: Mutige Social-Media-Strategie bei Deichmann

Deichmann zählt zu den führenden Schuh-Retailern Europas und richtet seine Markenkommunikation strategisch neu aus. Sabine Zantis, CMO von Deichmann, spricht über den Fokus auf Social Media, den Erfolg kreativer Formate und den kulturellen Wandel hinter der Kampagne.

Porträt von Sabine Zantis, Chief Marketing Officer bei Deichmann
Bild: © Sabine Zantis

Marketing’s Boldest Voices: TikTok und Markentransformation bei Deichmann

 

In unserer Serie „Insight Out: Marketing’s Boldest Voices“ sprechen Vordenker:innen der Branche über mutige Entscheidungen, transformative Strategien und die Frage, wie Marken in einer fragmentierten Medienwelt sichtbar, relevant und erfolgreich bleiben. Sabine Zantis führt mit Deichmann vor, wie konsequentes Social Media Marketing nicht nur Reichweite schafft, sondern auch die Marke kulturell neu positioniert.

Über Sabine Zantis

Sabine Zantis ist eine erfahrene Marketing-Expertin mit Stationen bei Henkel, Aldi und Deichmann. Besonders prägend waren zwei Jahre in Shanghai bei Henkel, wo sie für die Asien-Region verantwortlich war. Ihr Fokus liegt auf zielgruppengerechter Markenführung in Social Media, messbarem Business Impact und effizienten Kampagnen. Teamarbeit steht für sie immer an erster Stelle. Sie ist CMO bei Deichmann und seit 2024 Mitglied im Verwaltungsrat von Bahlsen.

Was war Dein mutigster Marketing Move?

 

Besonders mutig haben wir bei Deichmann unsere Social-Media-Strategie neu gedacht und konsequent auf TikTok ausgerichtet. Im Mittelpunkt stand dabei ein tiefes Verständnis der Zielgruppe – mit dem Anspruch, Inhalte zu entwickeln, die unterhalten und zugleich klar auf die Markenausrichtung einzahlen. So ist es uns gelungen, echte Relevanz zu schaffen und mit Formaten wie „Beat the Brand“ oder einem „Paw-Patrol-Schuh für Erwachsene“ nicht nur Aufmerksamkeit zu generieren, sondern auch neue Maßstäbe für mutige, kulturell anschlussfähige Markenkommunikation zu setzen.

 

Woran erkennst Du, ob Marketing-Transformation wirklich etwas verändert?

 

Für mich ist es entscheidend, von Beginn an klare, messbare Ziele zu definieren, diese konsequent zu tracken und für relevante Stakeholder transparent zugänglich zu machen. Neben Markenattraktivität und Umsatzentwicklung in den relevanten Zielgruppen muss Marketing-Transformation auch intern spürbar sein – in Prozessen, Haltung und Unternehmenskultur. Gleichzeitig ist es essenziell, dass die Employer Brand messbar von dieser Transformation profitiert.

 

Welche strategische Frage lässt dich mit Blick auf 2026 nicht los?

 

Die Einbettung von AI-Themen in die Organisation empfinde ich mit Blick auf 2026 als äußerst spannend. AI ist weit mehr als ein Marketing-Thema und muss ganzheitlich über Funktionen und Ebenen hinweg gedacht werden. Besonders relevant ist für mich Markenführung in einem Umfeld, in dem Mitarbeitende befähigt werden, Inhalte selbst zu erstellen – klar gerahmt durch Leadership und Governance. Gleichzeitig sehe ich großes Potenzial in der messbaren Steigerung von Effizienz und Wirkung durch den gezielten Einsatz von AI Tools.

 

Woher kommen Deine besten Ideen?

 

Die besten Ideen entstehen für mich im offenen Austausch – sowohl im Team als auch in einem inspirierenden Umfeld mit Menschen, die den Mut haben, neue Wege zu gehen, den Status quo zu hinterfragen und Erfahrungen aus unterschiedlichen Industrien und Ländern einzubringen. Ich schätze offene, auch kontroverse Diskussionen, weil genau daraus am Ende die stärksten und relevantesten Ideen entstehen.

 

Fazit: Deichmann nutzt Social Media als Katalysator für kulturellen Wandel

 

Die Social-Media-Ausrichtung von Deichmann zeigt, wie Marken heute echte Relevanz gewinnen können. Sie ist zielgruppenorientiert, kollaborativ entwickelt und strategisch auf Plattformen wie TikTok ausgerichtet. Sabine Zantis betont: Veränderung beginnt bei der Haltung. Offenheit, geteilte Verantwortung und ein gemeinsames Zielverständnis prägen die Kultur hinter der Marke.

 

Deichmann beweist, dass Social Media mehr sein kann als ein reiner Reichweitenkanal. Erfolgreiche Formate entstehen dort, wo kulturelle Anschlussfähigkeit auf kreatives Teamwork trifft. Das gelingt nur, wenn Markenführung nicht als Einzeldisziplin verstanden wird, sondern als kollektive Aufgabe.

 

Mit Blick auf 2026 gewinnt der gezielte Einsatz von Künstlicher Intelligenz weiter an Bedeutung. Entscheidend ist dabei neben Effizienz der wertschöpfende Beitrag zur langfristigen Markenentwicklung. Wenn Haltung in konkretes Handeln übersetzt wird, wird Social Media zum Treiber echter Transformation. Dafür liefert Deichmann ein starkes Beispiel.

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