Social Graphics einfach designen

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte – und ist als snackable und sharable Content gut in Social-Media-Portalen teilbar.

Social Graphics einfach designen
© 2019 Copyright Canva

Social Media ist schnell – oftmals zu schnell, um mit den Prozessen in Unternehmen und Agenturen Schritt zu halten. Deswegen ist es in vielen Unternehmen üblich, mit geringem Aufwand und entsprechenden Templates sogenannte Social Graphics für Posts zu erstellen. Eine gute Alternative zur aufwendigen Produktion mit Adobe Photoshop oder anderen Grafikprogrammen sind Cloud Services wie Canva, Crello oder Express. Diese Cloud-Diensten ermöglichen es Dir, mit geringem Aufwand Bilder für soziale Medien in den jeweiligen Seitenverhältnissen und Auflösungen zu erstellen und mit entsprechenden Farben und Schriften an die Corporate Identity Deiner Marke anzupassen. Im Idealfall designst Du dabei ein Motiv nur in einer Variante und kannst mit ein paar Klicks und wenigen Korrekturen auch für andere Social-Media-Portale die passenden Grafiken generieren.

Das Beste daran: Anders als Photoshop und anderen Profi-Tools musst Du hierfür kein Designer sein, sondern kannst bereits mit etwas Übung und vertretbarem zeitlichen Aufwand ansehnliche Grafiken erstellen oder erstellen lassen. Welcher der Dienste für Dein Team und Deine Ansprüche geeignet ist, zeigen wir Dir im Folgenden:

 

Canva: Erstaunlich vielseitiger Teamplayer

Der wohl bekannteste Dienst, mit dem man schnell und einfach Bilder mit Effekten kombinieren und mit Schriftelementen versehen kann, ist Canva. Das australische Tool entstand ursprünglich als Grafik-Editor für Printprojekte und Werbemittel, ist inzwischen aber vor allem bei Produzenten von Web-Content beliebt. Anders als Adobe Express eignet sich Canva allerdings nicht für Video-Content oder Bewegtbild-Werbung. Neben der kostenlosen Variante, die allerdings nur für einzelne Personen nutzbar ist und zahlreiche Einschränkungen mit sich bringt, gibt es ein kostenpflichtiges Abo (12,95 US-Dollar im Monat oder 119,40 Dollar im Jahr), das sich in den meisten Fällen schon aufgrund der schnellen und einfachen Übertragung einer fertigen Grafik in andere Formate bezahlt macht. Darüber hinaus bietet die Bezahlvariante noch einfache animierte Grafiken und Teamfunktionen für die gemeinsame Arbeit an Projekten. Unternehmen mit eigener CI werden zusätzlich die Einbindbarkeit eigener Schriften und Farben zu schätzen wissen.

 

Crello: Canva-Klon mit günstiger Nutzung von Stock-Bildern

Egal ob Social-Media-Post in verschiedenen Varianten, Instagram-Header oder Werbeanzeige für Facebook – all das kann auch Crello, das an vielen Stellen Canva verdächtig ähnelt, in Detailfunktionen aber eben noch besser für den Social-Media-Alltag geeignet ist. Mit Crello lassen sich ebenfalls unterschiedliche Vorlagen für Social Graphics verwenden oder eigene Maße definieren. Der vom Stockfoto-Anbieter Depositphotos betriebene Dienst bietet in der kostenlosen Variante ebenfalls ein etwas eingeschränktes Funktionsspektrum. Die Bezahlvariante Pro für 16,67 US-Dollar pro Monat ermöglicht dagegen Zugriff auf tausende Video- und Animationselemente, frei verwendbare Bilder und kann eigene Schriften und CI-Elemente einbinden. Insgesamt stehen rund 60 Millionen Grafikelemente und Bilder zur Verfügung, die sich für jeweils 99 Cent erwerben lassen – deutlich mehr als bei Canva, das aber eben auch ein anderes Geschäftsmodell verfolgt. Mit eigenen Bildern lässt sich das Tool auch in der kostenlosen Variante gut nutzen. Alles in allem merkt man Crello an einigen Punkten etwas zu sehr an, dass es um den Verkauf von Fotos geht.

 

Express Posts: Rundumschlag von Adobe

Express ist ein umfangreiches Grafikpaket in der Cloud, das aus dem Hause Adobe stammt und entsprechend mächtig im Funktionsumfang ist. Wie die Elemente Express Post, Express Page und Express Video vermuten lassen, kann der Nutzer hier anhand von einfachen Vorlagen Social-Media-Posting-Elemente, Präsentationen und Bewegtbild-Content erstellen. Die für den hier beschriebenen Zweck gedachten Anwendungen finden sich bei Adobe Express Post. Die Bedienerführung erinnert eher an eine App – was daher rührt, dass es sich dabei ursprünglich auch nicht um einen Cloud-Service für den Desktop-Browser, sondern um eine Mobil-App gehandelt hat. Das ist in der Tat auch ein echtes Key-Feature, dass Nutzer Grafiken auch auf dem Mobilgerät vergleichsweise komfortabel erstellen können.

Prinzipiell ist Express sehr intuitiv aufgebaut, kann auch eine Vielzahl von Grafiken und Elementen kombinieren. Allerdings stoßen Nutzer, die mit den Erwartungen anderer Adobe-Grafikprodukte starten, schnell an die Grenzen des Dienstes. Für weniger grafisch vorgebildete Anwender sind die Vorschläge, die das Tool macht, dagegen eine große Hilfe. In der deutlich umfangreicheren Bezahlvariante (11,89 US-Dollar im Monat, 118,90 Dollar jährlich) lassen sich die Designs der Social Graphics deutlich besser anpassen als in der Gratis-Version – auch verschwindet nur hier der Hinweis, womit die Grafik erstellt wurde. Tipp: Wer die Adobe Creative Cloud in irgendeiner Form bereits abonniert hat, hat ohnehin Zugriff auf die Premium-Version von Express Post – hier genügt die bereits vorhandene Adobe-ID.

 

Fazit: Design für (mehr als nur) den Hausgebrauch

Ausgebildete Designer werden über alle drei Tools die Nase rümpfen – sie sind aber schlichtweg auch nicht die Zielgruppe der Dienste, die für Social-Media-Grafiken mehr als nur eine „Quick-and-Dirty“-Lösung darstellen. Für alle Nicht-Grafiker lassen sich so aber erstaunlich einfach professionell wirkende Grafiken bauen. Wer auch auf dem Mobilgerät Social-Grafiken gestalten will, sollte sich Adobe Express anschauen, unter den beiden anderen hat uns vor allem Canva aufgrund der guten Handhabung und der einfachen Konvertierungsfunktionen gut gefallen. In allen drei Fällen lohnt sich allerdings der Preis für die Bezahlvariante, wenn man professionell damit arbeitet.