Social Commerce Trends: Wohin geht die Reise auf TikTok, Instagram und Co.?

Social Commerce gilt als die Shopping-Revolution! Dabei ist das Phänomen an sich nicht neu – seine Ausmaße allerdings nehmen inzwischen Dimensionen an, die so noch nie da gewesen sind. Wie sich der Megatrend entwickelt, liest du hier!

Social Commerce hält in sozialen Medien Einzug.
Bild: © amenic181 / Adobe Stock

Was ist Social Commerce?

Social Commerce oder auch Social Shopping umfasst das direkte Einkaufen über Social-Media-Plattformen. Produkte und Dienstleistungen können hier von den Anbieter:innen beworben und anschließend direkt an die Kund:innen verkauft werden, ohne dass diese für den Kaufabschluss die Website verlassen müssen. So entsteht eine nahtlose Customer Experience ohne Medienbruch.


Ein zusätzlicher Vorteil: Kund:innen und Anbieter:innen können über Likes, Kommentare oder direkte Nachrichten unmittelbar miteinander in Kontakt treten.

Wo steht Social Commerce heute?

Der große Nutzen, den Social Commerce für Produktanbieter:innen bereithält, ist offensichtlich: Sie erreichen ihre Kund:innen dort, wo diese einen bedeutenden Teil ihrer Freizeit verbringen. Im Schnitt sind deutsche User:innen rund 90 Minuten am Tag auf Social-Media-Plattformen unterwegs.

Aktuell findet Social Commerce weltweit in sehr unterschiedlichen Ausmaßen statt. Um das Interesse und die derzeitige Nutzung zu ergründen, befragte das internationale Beratungsunternehmen Accenture im Sommer 2021 Social Media Nutzer:innen auf der ganzen Welt zu ihrem Online-Einkaufsverhalten – die Ergebnisse:

  • In China, Indien und Brasilien greifen acht von zehn User:innen schon heute auf Social Shopping zurück, um ihre Einkäufe zu tätigen.
  • In Großbritannien und den USA wird der Trend noch kaum ausgelebt.
  • Die Altersgruppe, die sich überwiegend für Social Shopping interessiert, sind die 16- bis 25-Jährigen. Sie fühlen sich von Livestreams angezogen und verlassen sich auf Käufer:innenbewertungen, bevor sie selbst zu Käufer:innen werden.

Vor allem in China sorgt der Shopping-Trend bereits für Milliardenumsätze. So stellen Influencer:innen in Live-Shopping-Events regelmäßig Produkte verschiedener Lifestyle-Kategorien vor und laden Zuschauer:innen zum Kaufen ein. Anfang 2022 konnten auf diese Weise die Live-Streamer Li Jiaqi and Viya innerhalb von 12 Stunden einen Rekordumsatz von drei Milliarden Dollar erzielen. Sie bewarben hauptsächlich Kosmetikartikel großer Marken – allein L’Oréal verdiente an diesem Event umgerechnet 115 Millionen Dollar.

Die beliebtesten Plattformen für solche Veranstaltungen sind in China die TikTok-Pedants Taobao und Douyin. Und auch hierzulande baut das Videoportal seine Social-Selling-Aktivitäten aus. Durch eine Kooperation mit Shopify wird es Produktanbieter:innen ohne eigenen Online-Shop erleichtert, ihre Kataloge mit TikTok zu verknüpfen. Ähnliche Möglichkeiten bietet seit 2021 die Kreativ-Plattform Pinterest.

Was wird die Zukunft bringen?

Accenture ist davon überzeugt, dass das Social Shopping bis 2025 weltweit ein Volumen von 1,2 Billionen Dollar erreichen wird. Für 62 Prozent der Social-Commerce-Ausgaben werden dann die Generationen Y und Z verantwortlich sein. Die meisten Einkäufe werden bis 2025 in den Bereichen Bekleidung (18 Prozent), Unterhaltungselektronik (13 Prozent) und Heimtextilien (sieben Prozent) getätigt werden, prognostiziert der Beratungsriese.

Um von dem Kuchen etwas abzubekommen, erprobt Instagram derzeit einen In-App-Checkout für Instagram Shopping. Durch diesen können Anbieter:innen ihre Verkäufe komplett über Instagram abwickeln lassen und schnellere Conversions erzielen. In den USA ist dieser Service bereits für alle Händler:innen nutzbar, in Europa steht der Startschuss noch bevor. Ähnliche Pläne sind auch von TikTok und Pinterest zu erwarten – vor allem vor dem Hintergrund der Megaerfolge, die andere chinesische Plattformen schon mit diesem Vorgehen feiern.

So nutzt du Social Commerce für deine Marke!

Willst du dich an dem Trend beteiligen und deine Produkte über Social Media anbieten, kann es sinnvoll sein, mit Influencer:innen zusammenzuarbeiten. Noch nie war das Marketing so sehr auf Interaktion und Engagement ausgerichtet wie heute! Möchtest du auf TikTok durchstarten, gilt: Tritt lieber nicht zu „corporate“ auf und probiere verschiedene Formate aus. So erscheinst du mit deiner Marke nahbarer und triffst den Geschmack der (jungen) Zielgruppe. Hierfür bieten sich Formate mit User Generated Content – wie Branded Hashtag Challenges – an.


Für die Kooperation mit Influencer:innen auf TikTok empfehlen wir außerdem Swipe-Up Shopping Links, die in den Videos platziert werden können und dann direkt zu deinem Profil führen.

Als Online-Shop solltest du darüber hinaus aktiv mit deiner Social Media Community interagieren und sie zum Teilen deines Contents aufrufen. So lässt sich die organische Reichweite deutlich erhöhen – vorausgesetzt du punktest mit zielgruppenspezifischem, kreativem und teilenswertem Content. Probiere es aus und lass dich von den Effekten, die Instagram- und TikTok-Shopping für deine Verkäufe haben, überraschen!