Kann der European Media Marketplace das Plattform-Monopol brechen?

Kommentar von Verena Gründel: Europas Publisher wollen ihre Reichweiten, Daten und Werbeinventare bündeln. Doch reicht das aus, um den großen Plattformen etwas entgegenzusetzen?

Porträt von Verena Gründel
Bild: © Koelnmesse

Die größte Hürde ist nicht die Technologie

Der European Media Marketplace ist für mich eines der spannendsten Projekte am europäischen Werbemarkt. Denn er ist die Chance auf ein Gegengewicht zu den großen Tech-Plattformen – eines, das Reichweite, Daten und Inventar über Ländergrenzen hinweg bündelt und den Mediaeinkauf deutlich einfacher machen soll.

Hinter dem European Media Marketplace stehen zunächst zehn Unternehmen aus der europäischen Werbebranche. Gemeinsam wollen sie eine Plattform schaffen, über die Werbetreibende Premium-Inventar, First-Party-Daten und Reichweiten verschiedener Publisher einfacher und länderübergreifend einkaufen können.

Mit genau dieser Frage habe ich mich in meinem aktuellen Gastbeitrag für HORIZONT beschäftigt: Hat der European Media Marketplace das Potenzial, den europäischen Werbemarkt nachhaltig zu verändern – oder bleibt er ein weiteres ambitioniertes Branchenprojekt?

Je mehr ich mich mit dem Projekt beschäftige, desto klarer wird mir: Über Erfolg oder Scheitern entscheidet nicht nur die Technologie. Die eigentliche Herausforderung liegt bei den Publishern. Sind sie bereit, einen Teil ihrer Eigenständigkeit aufzugeben, um gemeinsam mehr Schlagkraft zu entwickeln? Oder bleibt der European Media Marketplace am Ende ein weiteres gut gemeintes Branchenprojekt?

Schließlich gilt im Marketing mehr denn je: Was sich nicht messen lässt, erhält kein Budget mehr.

Ich wünsche viel Spaß beim Lesen und freue mich wie immer auf eure Einschätzungen.

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