Zahlen und Fakten zur Mobile-Nutzung in Deutschland

Wie wichtig Smartphones inzwischen sind, zeigt ein Blick in aktuelle Studien und Befragungen. Ein Überblick.

Zahlen und Fakten zur Mobile-Nutzung in Deutschland

Deutschland ist Smartphone-Land. Was man bereits im Gefühl hat, lässt sich mit Zahlen belegen: 81 Prozent der Deutschen besitzen laut der Agentur Zenith ein Smartphone. „In den werberelevanten Zielgruppen sprechen wir hier bereits von kompletter Flächendeckung“, sagt Zenith-CEO Dirk Lux. Lediglich die Personengruppe 70+ drückt die Statistik: Nur 17 Prozent nutzen hier überhaupt ein Mobiltelefon. Der Rest der Bevölkerung aber ist mehr oder weniger eins geworden mit dem stets vernetzten, allmächtigen Hosentaschencomputer. Das gilt vor allem für die Altersgruppe bis 35 Jahre, wie wir in diesem Beitrag noch zeigen werden.

 

„Mobile“ ist nicht gleich „unterwegs“

Das mobile Werbenetzwerk Adcolony hat einige Erkenntnisse in einer Infografik aufbereitet. Ein interessanter Fakt daraus: „Mobile“ bedeutet längst nicht mehr „unterwegs“. Zu Hause auf der Couch sind Smartphone und Tablet ebenfalls gern zur Hand – siehe zum Thema Second Screen noch weiter unten. Konkret zeigt sich, dass 69 Prozent aller Werbeanfragen via WLAN erfolgen, nur 23 Prozent über eine Mobilfunkverbindung. Bei acht Prozent der untersuchten Fälle wechselte das während einer Sitzung.

Das Smartphone führt in dieser Statistik souverän mit 82 Prozent gegenüber Tablets. Andere Untersuchungen kommen auf ähnliche Zahlen. Die Mobile Primetime ist bei alldem nicht etwa morgens auf dem Weg zur Arbeit oder am Nachmittag auf dem Rückweg: Sie ist um 21 Uhr.

Die BVDW-Studie „Digitale Nutzung in Deutschland 2018“ bestätigt den häufig zitierten Second-Screen-Trend: 54 Prozent der Befragten gaben an, parallel zum Fernsehen mit Laptop, Tablet oder Smartphone online zu sein. Bei den 14- bis 24-Jährigen sind es 74 Prozent und auch bei den 25- bis 34-Jährigen noch 69 Prozent. Eine Studie von Deloitte kommt sogar auf 75 Prozent für die Gesamtbevölkerung. Nach diese Zahlen wird das eigene Smartphone nur an einem Ort noch mehr genutzt: auf der Arbeit. 85 Prozent gaben das an.

 

Smartphones auf dem Weg zur Nr. 1

Laut der BVDW-Studie hat die Mobilnutzung in den letzten drei Jahren vor allem am Wochenende zugenommen. Die meiste Internetnutzung findet zugleich noch immer über einen PC (Laptop oder Desktop) statt: 77 Prozent unter der Woche, 72 Prozent am Wochenende. Diese Zahl ist aber seit 2015 stetig gesunken, während die Smartphone-Nutzung zugenommen hat. Inzwischen sind es 69 Prozent, die das Internet darüber wochentags nutzen und 60 Prozent am Wochenende. Da scheint es also nur noch eine Frage der Zeit, bis das Smartphone zum Internet-Gerät Nr. 1 wird.

Letztlich erwarten Experten wie Zenith-CEO Dirk Lux, dass es weiterhin eine Arbeitsteilung zwischen Smartphones und PCs geben wird. Vor allem die Rechner am Arbeitsplatz würden „für komplexere Tätigkeiten wie Urlaubsrecherche und Buchung verwendet“.

Schaut man sich nicht nur die Internetnutzung an, sondern „digitale Aktivitäten“ allgemein, liegt das Smartphone bereits deutlich vorn. In diesen Zahlen sind beispielsweise auch Apps enthalten. So geben 47 Prozent der Befragten an, „eigentlich immer“ das Smartphone zu nutzen und 30 Prozent machten ihr Häkchen bei „regelmäßig“. Bei den 14- bis 24-Jährigen gaben satte 74 Prozent an, es „eigentlich immer“ zu nutzen.

Zu ähnlichen Ergebnissen kommt die ARD/ZDF-Onlinestudie 2018. Hier hat man eine rasante Zunahme der Internetnutzung unterwegs festgestellt – vor allem, nachdem die Fragestellung geändert wurde. Denn wie sich zeigt, unterschätzen offenbar manche Nutzer, wie oft sie zum Smartphone greifen. Fragt man sie zusätzlich nach konkreten Anwendungen wie WhatsApp, gehen die Zahlen deutlich hoch. „Die Tagesreichweite ist mit 70 Prozent bei den 14- bis 29-Jährigen am höchsten, aber auch die 30- bis 49-Jährigen liegen mit 49 Prozent über dem Tagesdurchschnitt der mobilen Nutzung von 37 Prozent“, heißt es in einer Zusammenfassung der Ergebnisse. Zugleich gilt: Wer unterwegs viel online ist, ist auch sonst viel online. Das mobile Internet ersetzt also keine andere Nutzung, sondern ergänzt sie.

 

Neue Nutzungsszenarien und Anwendungen

Die Deloitte-Studie belegt dabei mit Zahlen, dass Smartphones kaum noch Mobiltelefone sind. 61 Prozent der Befragten nutzen einen Messenger wie WhatsApp „mindestens täglich“, 43 Prozent sind es bei E-Mail. Die gute alte Sprachtelefonie kommt auf nur noch 32 Prozent, SMS gar auf 16 Prozent. Eine steigende Nutzung sieht man bei der Video-Telefonie, die immerhin schon von acht Prozent mindestens täglich eingesetzt wird.

Zu den Zukunftschancen verschiedener Digitalthemen befragt, sehen in der BVDW-Studie 39 Prozent eine gute Zukunft fürs Mobile Payment voraus. Das kam damit hinter Onlineshopping (66 Prozent) und Smart Home (51 Prozent) auf den dritten Platz.

 

Schlusswort

Wo die Nutzer sind, folgt die Werbung auf dem Fuße. Mobile hatte das Desktop-Internet hier bereits 2017 überholt. Laut Zenith wird ihr Anteil an den Online-Werbeausgaben in diesem Jahr auf 62 Prozent ansteigen. Und auch wenn hier eine Sättigung in Sicht erscheint, ist eine Aussage wichtig, die von Jonathan Barnard, Head of Forecasting und Director of Global Intelligence bei Zenith, kommt: „Für die meisten Verbraucher und Werbetreibenden ist das mobile Internet heute das normale Internet.“