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Was du über YouTube Stories wissen solltest

Auch das Videoportal springt auf den Stories-Zug auf. Für Unternehmen ist das eine gute Nachricht.
Von Jan Tißler March 14, 2019
Was du über YouTube Stories wissen solltest

„YouTube Stories“ sind da, sofern dein Kanal mindestens 10.000 Abonnenten hat.” So mancher wird nun vielleicht mit den Augen rollen, weil das Videoportal spät ins Rennen um dieses vieldiskutierte Thema einsteigt. Aber die Funktion ergibt durchaus Sinn und könnte ein nützliches Werkzeug fürs Marketing auf YouTube werden.

Alles in allem folgen die YouTube Stories dem bekannten Modell beinahe exakt. Wer ein solches Feature andernorts kennt und nutzt, wird sich also schnell zurechtfinden. Größter Unterschied: YouTube Stories sind für sieben Tage verfügbar, anstatt wie sonst üblich für nur 24 Stunden. Das erhöht einerseits die Chance, dass die Stories gesehen werden. Es verringert andererseits das Gefühl der Dringlichkeit bei den Nutzern, jeden Tag dran zu bleiben. Wir werden sehen, ob YouTube zu dieser Entscheidung steht und ob sie sich als schlau herausstellt oder nicht.

 

Wozu es gedacht ist

Ein Ziel der Stories ist es sicherlich, auf dem Videoportal für mehr Gemeinschaftsgefühl und für mehr Aktivität zu sorgen. YouTube kämpft schließlich schon seit Jahren damit, dass es zwar eigentlich auch ein Social Network sein könnte, aber man es nicht wirklich so wahrnimmt.

Um dem entgegenzuwirken, hatte YouTube bereits in der Mobile-App verschiedene Post-Typen eingeführt, wie man sie auch andernorts kennt: Man kann also ein Statusupdate in Textform veröffentlichen oder ein Bild. Nutzer können darauf mit Likes und Kommentaren reagieren. Auf diese Weise interagieren YouTuber mit ihren Fans und Followern, auch wenn gerade kein neues Video ansteht.

 

Wie und wozu du es nutzen kannst

Die Stories schlagen nun in die gleiche Kerbe und sie gibt es ebenfalls nur in der Mobile App. Hier werden sie auch erstellt. Der Prozess ist im Prinzip genauso wie man es von anderen Angeboten kennt. Wer für die Funktion freigegeben ist, findet nun neben „Video“ und „Post“ eine Option für „Stories“, wenn man das Plus-Zeichen für einen einen neuen Inhalt ausgewählt hat. Danach kann man Fotos und kurze Hochkantvideos hinzufügen und mit allerlei Extras wie Stickern erweitern.

Interessant ist das für Unternehmen beispielsweise, um Blicke hinter die Kulissen zu geben, ein kommendes Video anzukündigen oder auch Aktionen mit den Followern umzusetzen. Die Versuchung ist dabei natürlich groß, Material erneut zu verwenden, dass man bereits für Instagram, Facebook oder Snapchat einsetzt. Da macht das Leben leichter, die Inhalte allerdings auch austauschbar und nicht unbedingt passend. Besser scheint es da, sich für das Videoportal ein eigenes Konzept zu überlegen, das auf die Inhalte und die Zielgruppe hier direkt Bezug nimmt.

Nützlich ist bei alldem, dass die Stories für alle sichtbar sind, ob man nun bereits Abonnent ist oder nicht. Wie man es schon von Videos kennt, werden Stories empfohlen, sofern YouTube ein Interesse vermutet. Im Idealfall lassen sich so also sogar neue Zuschauer für den eigenen Kanal gewinnen.

 

Wie es im Vergleich zu anderen dasteht

YouTube Stories sollte man aus meiner Sicht nicht als Konkurrenten für etwa die Instagram Stories ansehen. Kaum jemand wird sich dafür ein YouTube-Konto anlegen. Sie sind aber ein wichtiges neues Element, denn andernfalls könnte selbst ein so großes Portal wie YouTube im allgemeinen Rauschen untergehen. Die Konkurrenz schläft nicht, wie Facebook Watch oder IGTV zeigen. Die wiederum bieten schon länger Stories und die Gefahr ist da, dass die wertvollen „Creator“ zu einem dieser Seiten abwandern oder YouTube nur noch als nachrangig ansehen.

 

Fazit

Insofern bringt YouTube hier bislang nichts grundlegend Neues. Das neue Feature ist eher ein Zeichen dafür, dass das Format der Stories an Bedeutung gewinnt. Und sie erweitern zugleich, was sich als Unternehmen mit YouTube erreichen lässt. Angesichts der Schnelllebigkeit des Social Webs und vor allem der Stories wirkte YouTubes Modell bereits sehr angestaubt. Da kommt die neue Stories-Funktionen gerade recht.

Jan Tißler (c) Uplaod Magazin
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