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Warum ein Start-up dein nächster Arbeitgeber sein könnte

Warum ein Start-up dein nächster Arbeitgeber sein könnte

Wer ein IT-nahes Studium abschließt oder schon im Beruf steht, hat ein Luxusproblem: die Qual der Wahl zwischen zahlreichen spannenden Aufgaben – in gut oder sehr gut bezahlten Jobs. Kein Zweifel: Die meisten Absolventen werden bereits heute umworben. Es gibt aber dennoch bestimmte Skills, mit denen du deine Chancen auf dem Markt erhöhen kannst. Sean Bave, Managing Director von Stack Overflow EMEA, zeigt auf, warum deine nächste berufliche Station in einem Start-up liegen könnte.

 

DMEXCO: Noch nie war es so einfach, nach dem IT-Studium einen Job zu finden wie heute. Doch auf welche Programmiersprachen und Systeme sollte man sich spezialisieren, um als potenzieller Arbeitnehmer noch mehr gefragt zu sein?

Sean Bave: Ich kann nur davon abraten, für eine bestimmte Nachfrage zu studieren. Man sollte seinen Interessen folgen, und nie damit aufhören, weiter zu lernen. Wir sehen aber natürlich in unserer jährlich durchgeführten Developer-Umfrage gewisse Trends bei den neuen Technologien. Besonders nachgefragte Technologien, wenn wir uns die Gehälter ansehen, sind Clojure, Scala, Go, Rust und R. Sie werden besser bezahlt als andere.

Auf die konkrete Frage, welche Technologien Entwicklerinnen und Entwickler als nächstes lernen wollen, kamen bei unserer Umfrage die Antworten: Python, Javascript, Go, TypeScript und Kotlin. Die Entwicklertypen mit den höchsten Gehältern sind Site Reliability- und Devops-Spezialisten sowie Data Engineers. Wir sehen auch, dass weltweit etwa drei Viertel der professionellen Entwicklerinnen und Entwickler einen Bachelor-Abschluss oder höher haben. Ein Studium scheint also immer noch ein guter Ausgangspunkt zu sein, wobei auch die praktische Erfahrung nicht fehlen sollte.

DMEXCO: Was sind laut eurer jährlichen Entwicklerumfrage die Soft Skills, an denen Unternehmen und Start-ups besonders interessiert sind?

Sean Bave: Die Welt der Entwickler wird immer komplexer, so dass es wichtiger denn je ist, gut im Team arbeiten zu können. Bei der Verbreitung von Entwicklungen wie Devops oder agilen Management-Methoden erleben wir, dass mittlerweile Veröffentlichung, Test und User Research parallel zum eigentlichen Entwicklungsprozess stattfinden. Ausgezeichnete Entwickler können zwischen Teams springen, vermitteln und Prioritäten aushandeln – Stichwort agile Verfahren.

DMEXCO: Was sind Branchen und Themen, die Absolventen in den kommenden Jahren sichere und gute Arbeitsplätze bieten werden?

Sean Bave: Niemand kann die Zukunft vorhersagen. Aber gerade sind Themen wie Cloud, Künstliche Intelligenz, Containerization, Security und DevOps stark gefragt. Allerdings ist die Tatsache, dass man ein Entwicklungsgenie ist, auch nur die halbe Miete. Es ist ebenso wichtig, hilfsbereit, ein guter Kommunikator und einfach ein lebenslanger Lerner zu sein, der ständig immer wieder die besten Produkte entwickeln will. Solche Leute haben auf ihrem Weg ein belastbares Netzwerk mit guten Beziehungen – und damit immer eine zukunftssichere Karriere.

DMEXCO: Wie hat sich die Rolle von IT-Mitarbeitern im Laufe der Jahre verändert? Sind sie immer noch die Nerds, denen keiner aus dem Management zuhört oder spielen sie heute eine andere Rolle?

Sean Bave: Meiner Meinung nach stimmte dieses Klischee niemals so richtig. Was sich derzeit verändert, sind jedoch die Unternehmen selbst. Sie hören den Entwicklern besser zu und beginnen zu verstehen, wie ihr Wissen und ihre Erfahrung ein Unternehmen weiterbringen kann. Gerade mit Trends wie beispielsweise Big Data wird die Rolle der Entwicklungsabteilung für den Unternehmenserfolg immer deutlicher, es wird immer klarer, wie entscheidend der Beitrag der IT fürs gesamte Unternehmen ist. Ich denke deshalb, dass viele Unternehmen hier auf dem richtigen Weg sind, wenn sie mehr auf die eigenen Entwicklerinnen und Entwicklern hören.

DMEXCO: Deutsche IT-Experten schauen mit großem Interesse auf US-Unternehmen, insbesondere aus dem Silicon Valley. Welche Tipps kannst du den Bewerbern geben, um die agile, silicon-valley-typische Denkweise zu entwickeln? Oder müssen wir dem Silicon Valley überhaupt nacheifern?

Sean Bave: Es gibt viele erstaunliche Tech-Talente in Deutschland – und es gibt viele Weltmarktführer in ihren jeweiligen Branchen, die über eine Menge an technologischem Know-how verfügen. Wenn die beiden zusammenkommen, entfaltet die digitale Revolution ein erstaunliches Potenzial. Wir sehen das bereits in der Automobilindustrie und anderen Industriezweigen – aber es gibt beispielsweise im Bereich des Internet of Things (IoT) noch viel ungenutztes Potenzial. Auch wenn oft mehr über das Silicon Valley gesprochen wird, so liegt hier der eindeutige Vorteil, ein regelrechtes Alleinstellungsmerkmal Deutschlands.

DMEXCO: Worauf sollten Entwicklerinnen und Entwickler bei der Wahl ihres zukünftigen Arbeitsplatzes achten? Welche Indikationen gibt es für (oder gegen) ein Unternehmen?

Sean Bave: Kurz und knapp: Man sollte sich den Arbeitsplatz anschauen, die Leute dort treffen und zwar nicht nur die Vorgesetzten, sondern auch die potentiellen Kolleginnen und Kollegen. Man sollte im Internet recherchieren und nach Möglichkeit auch mit ehemaligen Mitarbeitern sprechen – und dabei so viele Fragen wie möglich darüber stellen, wie das Team arbeitet und welche Tools hier zum Einsatz kommen. Dann wird sich zeigen, ob die Chemie stimmt und man in einem Arbeitsumfeld glücklich werden kann.

Sean Bave ist seit 2012 bei Stack Overflow und hat eine entscheidende Rolle beim Wachstum des Unternehmens gespielt. Seit 2017 ist er General Manager von Stack Overflow Talent and Advertising sowie Managing Director für Stack Overflow EMEA.
Als Mitglied des Executive Teams ist Sean verantwortlich für die Definition der Strategie für das Talent Business. Sein Hauptaugenmerk liegt auf der Verbindung von Entwicklern mit Unternehmen.

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