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Smart Farming – die Zukunft der Landwirtschaft

Smart Farming – oder auch Landwirtschaft 4.0
Bild: © sompong_tom / Adobe Stock

Hightech-Farmen als neuer Standard

Intelligente Landwirtschaft und Precision Farming sind auf dem Vormarsch. Und das mit gutem Grund. Digitale Lösungen bergen das Potenzial, nicht nur die Effizienz von Betrieben zu erhöhen, sondern auch die CO2-Bilanz in der Landwirtschaft weiter zu verbessern. Schon heute arbeiten deshalb viele Farmer mit den Werkzeugen der Zukunft. In Deutschland setzen bereits 8 von 10 Landwirten auf digitale Technologien, wie eine aktuelle Bitkom-Studie zeigt. Verbreitet sind dabei vor allem GPS-gesteuerte Landmaschinen und intelligente Fütterungssysteme. Doch auch andere Technologien werden genutzt:

40 %
der Landwirte in Deutschland arbeiten mit Agrar-Apps für das Smartphone oder Tablet.
40 %
steuern ihren Betrieb mithilfe von Farm- oder Herdenmanagement-Systemen.
32 %
der Farmer setzen auf eine smarte Ausbringung von Pflanzenschutz- oder Düngemitteln.

Auch in anderen Ländern ist Farming 4.0 bereits ein fester Bestandteil im Alltag vieler Landwirte. Nach den Prognosen des Marktforschungsunternehmens Data Bridge Market Research wird der Markt für Smart Farming global bis 2028 einen geschätzten Wert von mehr als 25 Millionen US-Dollar erreichen – intelligentes Landwirtschaften wäre dann Standard. In Hinsicht auf die Idee einer möglichst guten Zusammenbringung von Klimazielen und Digitalisierung läge in der Landwirtschaft damit umso mehr Potenzial für einen echten Wandel.

Smart Farming in der Praxis

Von Hightech-Landmaschinen und Agrar-Apps zu Robotik und Drohnen – die Einsatzmöglichkeiten von Smart Farming sind überaus vielfältig:

  • Der Einsatz von Drohnen gehört in vielen Betrieben bereits zum Tagesgeschäft. Die kleinen Luftfahrzeuge fliegen nicht nur über Äcker und überwachen den Pflanzenbestand, sie machen die Landwirtschaft außerdem nachhaltiger – und retten ganz nebenbei Rehe. Jedes Jahr werden unzählige junge Rehe bei Mäharbeiten übersehen und von den Maschinen erfasst. Drohnen helfen, das zu verhindern, indem sie die Tiere aus der Luft lokalisieren, bevor es mit der Arbeit losgeht.
  • Sensoren, die auf dem Acker platziert werden, geben Landwirten detailliert Auskunft über Variablen wie den Säuregehalt oder die Bodentemperatur. Auch Wettermuster für die kommenden Tage und Wochen lassen sich mit Sensoren voraussagen, sodass gegebenenfalls rechtzeitig Maßnahmen zum Schutz der Pflanzen auf dem entsprechenden Acker getroffen werden können.
  • Smart Farming umfasst auch spezielle Apps, mit denen Landwirte ihre Ernte und ihren Viehbestand bequem vom Smartphone aus überblicken. Je nach Software ist ein Nutzen von Statistiken möglich.
  • Mithilfe von Melkrobotern werden Kühe automatisch gemolken. Indes können weitere Roboter mittlerweile säen, jäten oder pflücken und dabei durch ihre Effizienz dazu beitragen, die Erträge zu steigern.
  • Eine weitere Technologie, die zwar noch in den Kinderschuhen steckt, für die Landwirtschaft aber hochinteressant ist, stellt der elektrisch angetriebene, autonom fahrende Traktor dar. Das innovative Gefährt arbeitet effizient im Alleingang und das emissionsarm wie bodenschonend.

So wandeln Blockchain und das IoT die Landwirtschaft

Intelligente Landwirtschaftstechnologien werden künftig eine zentrale Rolle spielen, da sind sich Branchenexperten sicher. Relevant ist insbesondere das Internet der Dinge (IoT). Für Szenarien wie das Precision Farming – die punktgenaue Bewirtschaftung von Ackerfläche – oder smarte Gewächshäuser ist eine Kommunikation der entsprechenden Maschinen eine wichtige Voraussetzung. Denn nur so können gesammelte Daten zu den klimatischen Verhältnissen, der Bodenbeschaffenheit etc. gut genutzt werden, um eine ideale Umgebung für die angebauten Pflanzen zu gewährleisten. Erkennen bestimmte Sensoren im Gewächshaus zum Beispiel, dass es den Pflanzen an Feuchtigkeit fehlt, kann dies unmittelbar dem Bewässerungssystem mitgeteilt werden, welches daraufhin die Pflanzen wässert.

Viele Smart-Farming-Modelle setzen allerdings nicht nur auf das IoT allein, sondern auf ein gemeinsames Wirken des Internets der Dinge mit Blockchain-Technologien. Diese bieten eine sichere Möglichkeit, Daten zu speichern und zu verwalten. Das wiederum erleichtert Landwirten die Nutzung von datengesteuerten Innovationen für Smart Farming. Die IoT-Sensoren eines intelligenten Gewächshauses fungieren dann beispielsweise als eine private lokale Blockchain, die sich zentral vom Eigentümer verwalten lässt.

Smart Farming – für mehr Nachhaltigkeit und Effizienz

Angesichts der vielen Vorteile und Potenziale, die Smart Farming bietet, ist es kaum überraschend, dass immer mehr Landwirte auf moderne Technologien setzen, um den eigenen Betrieb intelligent zu machen. Ein punktgenau programmierter Anbau von Obst und Gemüse oder ein Gewächshaus, das sämtliche Faktoren für ein optimales Pflanzenwachstum selbst reguliert, sind somit längst keine Zukunftsvisionen mehr, sondern bereits Realität. Setzt sich die Entwicklung weiter fort, kann das nicht nur nachhaltig die Effizienz in der Landwirtschaft steigern, auch die CO2-Bilanz kann mit einer flächendeckenden Implementierung smarter Technik weiter verbessert werden.

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