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Farbpsychologie: Triff den richtigen (Farb-)Ton für dein Marketing

Die Farbpsychologie vermittelt, welche Assoziationen Farben in uns auslösen.
Bild: © ghazii / AdobeStock

Farben: Psychologie und Wirkung für mehr Clicks, Conversions und Umsatz

Wie die Farbpsychologie genutzt werden kann, zeigt sich schon bei den Jüngsten. Die Erzieher:innen einer Kita ließen Kinder drei Getränke in unterschiedlichen Farben kosten. Eines nahmen die Kids ohne besondere Emotion an, eines begeisterte sie hingegen und das Dritte widerte sie so an, dass sie das Getränk in die extra dafür vorbereitete Schüssel spuckten. Spoiler: Bei allen drei Getränken handelte es sich um ein- und denselben Apfelsaft – er war aber unterschiedlich eingefärbt. Diese farbpsychologische Wirkung ist heute weitgehend erforscht und zahlreiche Studien wurden durchgeführt. Marketer:innen, Werber:innen und Designer:innen machen sich diese Wirkung unter anderem zunutze:

  • beim Logodesign
  • bei der Corporate Identity
  • bei der Gestaltung von Verpackungen

Ein weiteres Beispiel für die Macht der Farben geben Bewerbungscoachs mit ihren Empfehlungen. Bewerber:innen sollten sich je nach Branche, Unternehmen oder Region in bestimmten Farben kleiden. Auch im Direktverkauf wird das Outfit nach der psychologischen Wirkung von Farben ausgesucht. So soll Kleidung in Rot und Königsblau Kund:innen zu Impulskäufen animieren.

Nicht zuletzt legen Unternehmen Wert auf die farbliche Gestaltung ihrer Verpackungen und Displays. Bei diesen wird in vielen produzierenden Betrieben der Farbton digital kontrolliert. Sollte er eine Nuance abweichen, selbst wenn die Abweichung für das menschliche Auge nicht erfassbar ist, wird die Verpackung an den Hersteller zurückgewiesen. So stark schätzen Expert:innen die psychologische Wirkung von Farben auf das Unterbewusstsein ein.

90 %
unserer Kaufentscheidungen werden unterbewusst getroffen. Auslöser sind Emotionen, die unter anderem durch Farben entstehen.

Was die Farbpsychologie über deine Zielgruppe verrät

Die Wirkung der Farben auf deine potenziellen Kund:innen ist vielfältig. Sie löst Emotionen und Gefühle aus, weckt Erwartungen, lässt Assoziationen entstehen. Sie kann über Wohl oder Übel deiner Kampagnen entscheiden.

Wenn du die Farbpsychologie für deine Brand nutzen willst, um sie erfolgreich zu positionieren, solltest du zuerst deine Zielgruppe bestimmen. Recherchiere, welches Geschlecht und Alter sie hat, welcher Kultur sie angehört und in welcher Region sie lebt.

Nun stelle dir folgende Fragen:

  • Welche Farben passen zu meiner Zielgruppe?
  • Welche Farben passen zu meinem Produkt?
  • Welche Emotionen soll mein Produkt auslösen und welche Farben passen dazu?

Seit Jahrzehnten werden ausgewählte Farben für bestimmte Zielgruppen verwendet. So genügt ein kurzer Streifgang durch die Drogerie, um festzustellen, dass Produkte für Männer gern in Dunkelblau, für Frauen in Rosa oder Pink gehalten werden.

Farbpsychologie und Farbsymbolik: Assoziationen, Effekte und Nutzen

Wenn deine Zielgruppe Farben bestimmten Merkmalen zuweist, wenn Farben in ihnen bestimmte Assoziationen oder Erwartungen wecken, bezeichnen dies Wissenschaftler als Farbsymbolik. Wo und wann du welche Farbe verwendest, ist ein nicht zu unterschätzender Faktor bei der Gestaltung deiner Ads und Produkte. Aber welche Empfindungen rufst du mit welchen Farben hervor?

Farbpsychologie Rot

Rot wirkt stimulierend, aktivierend, aufregend, wärmend – aber auch warnend, beunruhigend und aggressiv. Symbolisch wird es oft für das Blut und die Liebe sowie die Erotik und Verführung verwendet. Einige positive Konnotationen sind außerdem Kraft, Feuer, Lebensfreude, Dynamik, Wille, oder Vitalität. Im Marketing wird es häufig verwendet, wenn auf Rabatte oder Niedrigpreise hingewiesen werden soll. Auch für die Warnung vor Gefahr wird Rot genutzt. Störer und CtAs werden gerne in Rot dargestellt.

Beispiele für Brands: Deutsche Bahn, Sparkasse, Coca-Cola, McDonalds, YouTube, Oracle

Farbpsychologie Blau

Blau macht glücklich, sagte schon die VW-Werbung. Gründe hierfür können sein, dass es entspannend, kühlend und harmonisierend wirken soll. Symbolisch steht es für Kälte oder Wasser. Weitere positive Assoziationen sind Ruhe, Freundschaft, Sympathie, Besonnenheit, Objektivität, Neutralität, Klarheit, Sicherheit, Empathie und Treue. Mit Blau versucht man in der Werbung Vertrauen und Seriosität zu suggerieren. Daher wird Blau oft von Versicherungen und Banken genutzt.

Beispiele für Brands: Allianz Versicherung, Facebook, Ford, LinkedIn, Dell, Nivea, Volksbank

Farbpsychologie Gelb

Vielleicht liegt es daran, dass die Sonne oft mit Gelb symbolisiert wird – dieser Farbe schreibt man zu, dass sie konzentrationssteigernd und stimmungsaufhellend ist, gar den Optimismus fördern soll. Weitere Suggestionen sind Kreativität, Licht, Lebensfreude, Vergnügen, Reife, Erfolg, Kraft, Wärme, Entfaltung, Offenheit, Neugier oder Spontanität. Und häufig wird mit Gelb für Gold geworben. Insbesondere auf dunkelblauen Hintergründen bildet es einen starken Kontrast für Störer und CtAs.

Beispiele für Brands: ADAC, Deutsche Post, Netto Marken-Discount, Ikea, McDonalds

Farbpsychologie Grün

Grün hat im Laufe der Jahre einen Imagewechsel durchgemacht. Hat man es früher mit Gift gleichgesetzt, wird es heute vor allem im Zusammenhang mit Umweltbewusstsein, Natürlichkeit oder Naturbelassenheit verwendet. Grün ist Bio, Bio ist grün. Auch Frische und Gesundheit wird mit Grün oftmals symbolisiert. Die psychologische Farbwirkung soll außerdem für Beruhigung und Entspannung sorgen. Weitere positive Konnotationen sind Hoffnung, Jugend, Lebendigkeit, Ausdauer, Wohlstand, Freiheit und Sicherheit.

Beispiele für Brands: Bio Company, Beck´s, Heineken, Die Grünen, Android, Xbox, Spotify, Starbucks

Farbpsychologie Orange

Orange soll stimmungsaufhellend, aufheiternd, ausgleichend, aufbauend, appetitsfördernd wirken. Außerdem steht es für Geselligkeit, Energie, Wärme, Freude, Wandel, Lebhaftigkeit, Tatkraft, Ausdauer. Im Marketing wird es erst in den letzten Jahren stärker genutzt, zum Beispiel um Produkte und Dienstleistungen für Kinder zu vermarkten. Oft soll Orange auch eine Bezahlbarkeit des beworbenen Artikels suggerieren.

Beispiele für Brands: Fanta, Sixt, easyJet

Farbpsychologie Lila

Ausgleichend, regenerierend, beruhigend und konzentrationsfördernd sind die Effekte, die man dem Lila zuschreibt. Oft steht es für das Übersinnliche. Auch Souveränität, Originalität, Magie, Fantasie, Außergewöhnlichkeit, Luxus und Nostalgie werden damit verbunden. In der Werbung soll Lila oder Violett oft Kreativität oder Innovation verdeutlichen. Da viele es mit Magie und Phantastik assoziieren, verwendet man es auch für Fantasy-Verlage oder -bücher.

Beispiele für Brands: Milka, FedEx, Yahoo, Monster

Farbpsychologie Weiß

Weiß wirkt erfrischend und rein. Daher symbolisiert es in der Werbung oft Einfachheit, Kühle, Erfrischung oder die perfekte Reinheit. Nicht umsonst sind Arztkittel weiß. Weitere Assoziationen sind Unschuld, Weisheit, Göttlichkeit, Frieden, Gewissheit oder Ehre.

Beispiele für Brands: Apple

Farbpsychologie Schwarz

Schwarz ist ambivalent. Wirkt es eher bedrückend oder bedrohlich und symbolisiert Nacht, Dunkelheit, Trauer und Tod, wird es doch gern im Marketing verwendet, wenn man Technik, Qualität, Luxus, Professionalität oder Erfahrung bewerben will. Insbesondere bei der Bewerbung von Luxusartikeln kommt es zugute, dass man Schwarz mit Würde, Eleganz und Luxus assoziiert.

Beispiele für Brands: Amazon

Hast du die Farben für deine Zielgruppe, dein Produkt und die Emotionen, die du erzeugen willst, gefunden? Im Idealfall ergeben die Antworten ein eindeutiges Ergebnis. Stehen nach der Beantwortung mehrere Farben zur Auswahl, entscheide, welche Wirkungen dir besonders wichtig sind und beschränke dich auf die daraus resultierenden Farben für die Gestaltung deiner Kampagne.

 

Erstellst du Ads für den nicht deutschsprachigen Raum, beachte, dass in entfernteren Regionen Farben eine ganz andere Bedeutung haben können als hier.

Alle Blicke auf sich ziehen, dank der richtigen Farbwahl

Es lohnt sich, deine Zielgruppe, deine Branche, dein Produkt und deine Kampagne einer ausführlichen Analyse im Hinblick auf die Farbpsychologie zu unterziehen. Beachtest du die vielen Facetten der psychologischen Wirkung von Farben, wird sich das positiv auf den Erfolg dein Marketing auswirken.

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Saskia Spiske
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