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Ad Girls Club kämpft weiter gegen Sexismus in der Werbebranche

Wie der Ad Girls Club gegen Sexismus in Werbeagenturen vorgeht
Bild: © Maria / Adobe Stock

Einen strukturellen Wandel herbeiführen!

2020 waren Vorwürfe über sexistische Fehltritte bei der Agenturgruppe Scholz & Friends aus Berlin öffentlich geworden. Im Zuge der Veröffentlichung meldeten sich zahlreiche Stimmen aus anderen Werbeagenturen und berichteten über Sexismus als gängige Praxis in der Branche. Die beiden Betroffenen Lisa Eppel von Scholz & Friends Berlin und Isabel Gabor von Grabarz XCT aus Hamburg nahmen dies zusammen mit anderen Frauen zum Anlass, ein Aktionsbündnis gegen Sexismus in Werbeagenturen ins Leben zu rufen.

Der Ad Girls Club setzt sich laut Aussage der Gründerinnen für intersektionalen Feminismus ein und ist für alle FINTA* (Frauen, Inter, Nicht-Binär, Trans, Agender) offen, die von Diskriminierung in jeglicher Form betroffen sind. Ziel sei es, die Branche zu verändern – und dabei gehe es sowohl um den Alltag in den Agenturen als auch um die Werbung, die sie täglich produzieren.

„Wir wissen, dass wir nur dann richtig gute Werbung machen können, wenn sich unsere Mitarbeiter*innen wohl fühlen“, heißt es in einem Statement des Kollektivs.

Mit ihren Weckrufen erreichen die Aktivistinnen die Menschen bislang hauptsächlich über die AdGirls-Channel auf LinkedIn und Instagram – und stoßen dort auf äußerst positive Resonanz.

Was soll konkret erreicht werden?

Im Oktober 2021 veröffentlichte der Ad Girls Club zum ersten Mal sein Manifest mit einer Positionierung und klaren Forderungen gegen Sexismus. Die Kernpunkte beinhalten:

  • eine Frauenquote von 50 % auf allen Führungsebenen
  • genderneutrale Sprache nach innen und außen
  • Lohngleichheit und deren regelmäßige Überprüfung
  • Vereinbarkeit von Kind und Karriere
  • verlässliche Ansprechpartner:innen, intern und extern

Das Manifest richtet sich an deutsche Werbeagenturen, von denen es bisher rund 20 unterzeichnet haben. Damit verpflichten sich die Agenturen zur internen Umsetzung der Forderungen und stimmen einem jährlichen Reporting zur Überprüfung ihrer Fortschritte zu.

Dachverband begrüßt das Unterfangen

Ein offener Brief mit deutlichen Worten des Bündnisses erreichte auch schon den GWA (Gesamtverband Kommunikationsagenturen). In dem Schreiben fordern die Verantwortlichen den Verband dazu auf, seine Mitglieder in die Pflicht zu nehmen und mit der Gleichstellung endlich ernst zu machen. Der GWA zeigte sich offen gegenüber den Vorschlägen und bezeichnete sie als notwendig für eine moderne Unternehmensführung. Ein Programm mit Schulungen und Workshops sowie eine Beschwerdestelle für Agenturen sollen geschaffen werden. Geplant ist außerdem eine Grundlagenstudie zur Analyse anonymisierter Daten von Agenturmitarbeiter:innen. Auf Instagram reagierte der Ad Girls Club darauf verhalten positiv: Ob diesen Worten auch Taten folgen, solle beobachtet werden.

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