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Voice Search SEO: Wenn nur noch ein Ergebnis zählt

Voice Search SEO: Wenn nur noch ein Ergebnis zählt
Voice Search SEO: Wenn nur noch ein Ergebnis zählt

Die Suchmaschinenoptimierung muss sich aktuell gleich mit einer ganzen Reihe neuer Entwicklungen auseinandersetzen, die die Rahmenbedingungen massiv verändern. Neben der Visual Search gehört dazu auch die Sprachsuche. Sie wird zukünftig ohne Zweifel einen wichtigen Anteil am Suchvolumen übernehmen, wenngleich auch andere Suchverfahren, wie die über die traditionelle Texteingabe, weiterhin ihre Berechtigung behalten werden.

 

Warum Voice Search wichtiger wird

Getrieben wird die Entwicklung der Voice Search vor allem von drei Faktoren:

  1. Der Trend zu Zero-Display-Devices, also Geräten komplett ohne Bildschirm, verlangt nach alternativen Methoden zur Steuerung. Für Smartboxen oder IoT-Geräte aus dem Bereich Smart-Home ergeben Bildschirme und Tastaturen zur Texteingabe auch keinen Sinn. Sprachbefehle, über die sich auch Suchen starten lassen, sind dagegen perfekt geeignet.
  2. Spracheingaben sind schneller als geschriebener Text. Vor allem bei den jüngeren Nutzern sehen wir seit einiger Zeit schon einen Trend zu Sprachnachrichten, die mittlerweile von den meisten Messenger-Diensten unterstützt werden. Dieses Verhalten wird auch auf andere Anwendungen übertragen, so dass ein bestimmter Nutzertyp schon bald nur noch per Sprache mit seinem Smartphone kommuniziert.
  3. Intelligente Sprachassistenten sind ein weiterer Türöffner für die Nutzerkonditionierung in Richtung Spracheingabe. Schon heute sind sie Prestigeobjekte für die führenden Smartphone- und Technologie-Anbieter. Dabei steht ihre Entwicklung noch ganz am Anfang und wird erst in den nächsten Jahren ihr wahres Potenzial entfalten.

 

Welche Assistenten bieten Voice Search?

  • Alexa (Amazon)
  • Bixby (Samsung)
  • Cortana (Microsoft)
  • Google Assistant (Alphabet)
  • Siri (Apple)

 

Was bedeutet Voice Search für die Suchmaschinenoptimierung?

Die Voice Search wird die Art und Weise wie wir nach Informationen suchen maßgeblich verändern. Bei der klassischen Suche über die Texteingabe im Browser haben wir gelernt, unsere Suchanfragen möglichst in komprimierter Form zu stellen. Im Idealfall kommen wir mit nur einem Wort aus, manchmal ist es eine Kombination von Schlüsselwörtern, noch seltener eine Phrase oder gar ein vollständiger Satz. Das geht noch auf die Anfänge der Suchmaschinen zurück, die damals am besten mit einem relevanten Keyword funktionierten. Im Laufe der Zeit haben sich die Algorithmen aber enorm weiterentwickelt, so dass sie nicht nur Ergebnislisten ausspucken, sondern auch einfache Fragen beantworten können.

Diese Entwicklung hin zur natürlichen Sprache wird mit der Voice Search nochmals forciert, denn wenn wir unsere Suchanfragen in unser Smartphone sprechen, werden wir eher ganze Sätze verwenden. Aus „Wetter Berlin aktuell“ wird dann „Wie wird heute das Wetter in Berlin?“. Und als Antwort bekommen wir statt einer Liste von Wetterdiensten eine konkrete Antwort: „In Berlin scheint heute die Sonne und es werden 18 Grad erreicht.“ Die Voice Search ähnelt also viel mehr einem menschlichen Gespräch, auch wenn die Antworten immer noch von einer Maschine kommen. Dennoch müssen wir unsere Inhalte entsprechend aufbereiten: Sie müssen die Antworten liefern, die gesucht werden.

Bei der Voice Search SEO geht es auch nicht mehr darum, mit seinen Einträgen auf der ersten Seite der Suchergebnisse zu landen, denn diese Seite gibt es hier gar nicht. Es zählt nur noch der erste Platz, also das beste Ergebnis für eine Suchanfrage. Noch ist das sicher ein Zukunftsszenario, aber für den E-Commerce könnte das schon sehr bald ein entscheidendes Kriterium sein. Vorreiter dürfte hier Amazon mit seinen intelligenten Echo-Lautsprechern sein, die über entsprechende Alexa-Skills den Spontaneinkauf per Sprachbefehl ermöglichen.

Apropos Spontanität: Sprachsuchen, die über das Smartphone gestartet werden, haben häufig einen lokalen Bezug. Wir suchen nach einem Restaurant, einer Tankstelle oder einem Hotel, wenn wir in einer fremden Stadt unterwegs sind. Dabei erwarten wir Ergebnisse in unmittelbarer Umgebung und in kurzer und präziser Form. Auch darauf müssen sich Suchmaschinenoptimierer einstellen.

 

Fazit: Ist das klassische SEO nun tot?

Keinesfalls. SEO wurde schon oft der baldige Tod vorhergesagt, aber in Wirklichkeit bedeutete das stets, dass sich die Suchmaschinenoptimierung auf größere Veränderungen einstellen musste. So wird es auch mit der Voice Search sein. Wie stark deren Anteil letztlich am gesamten Suchvolumen sein wird, können wir heute auch noch gar nicht vorhersagen. Es gibt aber gute Gründe dafür, die klassische SEO-Arbeit nicht zu vernachlässigen. So kam in einer Auswertung von 10.000 Suchanfragen von Google-Home-Nutzern unter anderem heraus, dass drei Viertel aller Voice-Search-Ergebnisse von Domains mit hoher Autorität kamen – und das ist schließlich eine klassische SEO-Aufgabe.

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