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Guide: Richtig googeln – so suchst du wie ein Profi

So geht richtig googeln
Bild: © Teerasan / Adobe Stock

Die Google-Suche richtig anwenden

Während früher ein Blick ins Branchenbuch, in den Stadtplan oder das Lexikon für Aufschluss sorgte, reicht heute ein Klick in der Suchmaschine. „Warte, ich google das schnell“ – diese oder ähnliche Aussagen sind mittlerweile Alltag. Suchbegriffe eintippen und die Trefferlisten durchschauen, das kann jeder. Weniger bekannt sind hingegen die vielfältigen Google-Suchoperatoren. Sie machen die Recherche nach Informationen leichter und fördern teils spannende Ergebnisse zu Tage. In unserem brandneuen Guide stellen wir dir die wichtigsten Google-Suchoptionen vor.

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Was sind Suchoperatoren und welche Vorteile haben sie?

Jens Fauldrath: Suchoperatoren helfen, Ergebnisse zu verbessern. Die Vorteile hängen sehr vom Anwendungszweck ab. Grade jenseits der reinen Suche gibt es einige Szenarien, die sich gut mithilfe von Operatoren lösen lassen.

Julian Dziki: Suchoperatoren sind Befehle, die man zusätzlich zu einer Suche noch an die Suchanfrage anhängen kann, um das Ergebnis zu verfeinern. Die einfachste Möglichkeit ist ein Bindestrich. Mit „Bundestagswahl -2021“ werden alle Ergebnisse herausgefiltert, die das Wort „2021“ enthalten (und damit alle aktuellen). Die Suche „Bundestagswahl site:spiegel.de“ etwa zeigt nur Ergebnisse von der Website „spiegel.de“ an. Das „site:spiegel.de“ ist dabei der Befehl, dass nur Ergebnisse von spiegel.de angezeigt werden. Vorteile haben sie, wenn man sehr präzise recherchieren möchte – oder nur auf einer Domain, wenn die interne Suchfunktion dort nicht so gut funktioniert.

Bedeutet das, dass wir ohne diese Befehle eigentlich falsch suchen?

Julian Dziki: Nein. Würden wir die Suche falsch benutzen, dann würde Google sie schleunigst umbauen, damit wir sie richtig benutzen. Die Suche muss intuitiv und für jeden funktionieren, das verlangen die Menschen von einer Suchmaschine. Daher führen mehrere Wege zum Ziel, weil jeder anders sucht: „HNO Arzt München“ liefert ein ähnliches Ergebnis wie die Frage: „Wo ist der nächste HNO-Arzt?“ Google sieht sich sehr genau an, wie die Suche genutzt wird. Das Suchverhalten der Menschen bleibt dabei nicht gleich, sondern verändert sich stetig – Google passt die Suche dem Suchverhalten an, nicht umgekehrt.

Und wer profitiert von den Suchoperatoren?

Julian Dziki: Am ehesten Journalistinn:innen, Redakteur:innen und Wissenschaftler:innen. Aber auch Menschen im Online Marketing, die gezielt bestimmte Websites durchleuchten wollen.

Jens Fauldrath: Wir als SEOs nutzen natürlich gerne Suchoperatoren. Mit „site:example.com“ findet man alle URLs einer Domain in Google. Das gibt uns einen Eindruck der Größe einer Website. Kombiniert mit „filetype:pdf“ oder „filetype:docx“ etc. findet man oft Inhalte, die eigentlich nicht in der Suche auffindbar sein sollten.

Aber auch jeder, der eine URL wiederfinden will, die Suche der jeweiligen Seiten aber hinreichend schlecht ist, kann mit SUCHBEGRIFF und „site:example.com“ die Suche auf die entsprechende Seite einschränken. Dieses kann auch für Journalist:innen spannend sein. Durch eine Suche nach „Suchbegriff + site:example.com“ kann geprüft werden, wie sich ein Unternehmen zu einem Thema äußert. So zeigt die Suchanfrage „nachhaltigkeit site:bmw.de“ alle Inhalte von BMW zum Thema Nachhaltigkeit. Oder die Suchanfrage „site:berlin.de/ba-steglitz-zehlendorf/ filetype:xls“ alle Excel-Dokumente, die aus irgendeinem Grund vom Bezirk Steglitz auf seiner Website zur Verfügung gestellt werden. In diesem Fall eine Liste aller Gehwege, die nicht maschinell vom Schnee gereinigt werden können.

Mit „cache:URL“ bekommt man den letzten Stand im Google Cache einer URL. Damit kann man prüfen, ob Google die eigenen Inhalte korrekt rendern kann. Es ist aber auch ein beliebter Suchbegriff für Abmahnanwält:innen um zu prüfen, ob beanstandete Inhalte auch aus Google entfernt wurde.

Welche Suchoperatoren sind besonders praktisch?

Julian Dziki: „site:domain.de“ zeigt nur die Ergebnisse von einer bestimmten Domain an. So kann man die Suche auf eine Domain begrenzen und muss nicht mit der internen Suche hantieren. „inurl:forum“: zeigt nur die Ergebnisse an, die das Wort Forum in der URL haben. Meistens sind das Foreneinträge. Ich nutze das, um Community-Diskussionen zu bestimmten Themen zu finden – so dass ich als Marketer meine Zielgruppe besser verstehe. „filetype:“ liefert nur Ergebnisse mit einem bestimmten Dateityp, beispielsweise „filetype:pdf Betriebsordnung“.

Funktionieren die Suchoperatoren auch bei der Video- oder Bildsuche?

Julian Dziki: Ja, die gleichen Operatoren funktionieren auch bei der Video- oder Bildersuche. Dort kann man auch über den Button „Suchfilter“ noch einmal ein wenig anders suchen, etwa nach Bildgröße oder Videolänge.

Gibt es noch einen abschließenden Tipp für Nutzer:innen?

Jens Fauldrath: Für Nutzer:innen, die über einen bestimmten Anbieter Informationen recherchieren, bietet Google einige spannende Funktionen, die oft überraschende oder ungewollte Ergebnisse liefern. Nutzen Sie diese Funktionen aber auch zur Prüfung Ihrer Domain. Es wäre schade, wenn auch Sie ungewollt Kuriositäten auf Ihrer Website zur Verfügung stellen.

Julian Dziki: Ganz einfach, aber trotzdem sehr nützlich für die meisten ist die exakte Suche. Dazu muss man einfach die Suchbegriffe in Anführungszeichen nehmen. Das hilft in den meisten Fällen, wenn ein Suchergebnis nicht fein genug ist. Auch kann man so nach ganzen Textpassagen suchen – diese Funktion finde ich mit am nützlichsten.

Jens Fauldrath

Jens Fauldrath ist Gründer und Geschäftsführer der get:traction GmbH. Das Unternehmen hat sich auf SEO für Verlage spezialisiert und ist laut kress pro das dritte Jahr in Folge einer der Top-5-Anbieter zum Thema Audience Development für Verlage im DACH-Raum. Jens ist Vorstand der Fokusgruppe Search und Mitglied im Expertenbeirat SEO des BVDW und betreibt das deutsche Podcast-Network termfrequenz.

Jens Fauldrath

Julian Dziki

Wie andere Fußballprofi werden wollen, so war Julian Dziki schon immer von Online Marketing fasziniert. Obwohl er damals noch Geschichte und Archäologie studierte, begann er 2007 auf www.Seokratie.de zu bloggen und machte seine Leidenschaft zum Beruf. Mit der Zeit wurde aus dem Blog eine Agentur für Online Marketing. Heute arbeiten in der Agentur mit Standorten in München und Kitzbühel 30 Mitarbeiter in den Bereichen SEO, SEA, Content Marketing, Social Media und Usability. Er ist Autor von „Suchmaschinen-Optimierung für Dummies“ und zertifiziert im Bundesverband der digitalen Wirtschaft (BVDW) SEO-Agenturen und SEO-Fachkräfte in den jeweiligen Expertenbeiräten.

Julian Dziki

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