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Google Maps als Konkurrent für lokale Facebook Pages

Eine „Follow“-Funktion ist nur das neueste Beispiel eines groß angelegten Plans, den Kartendienst auszubauen.
Von Jan Tißler November 7, 2018
Google Maps als Konkurrent für lokale Facebook Pages

Mit der neuen „Follow“-Funktion in Google Maps können Interessierte nun über lokale Unternehmen auf dem Laufenden bleiben. Dabei hat Google mit dem Kartendienst generell noch Großes vor. Für Ladengeschäfte und andere ortsgebundene Angebote wird Maps mehr und mehr zur interessanten Ergänzung für die Facebook Page und andere Aktivitäten.

Dabei muss man zugeben, dass Google bislang kein gutes Händchen in Sachen Social Networking bewiesen hat: An den Twitter-Konkurrenten Buzz wird sich kaum noch jemand erinnern. Der Facebook-Konkurrent Google+ wurde zumindest für Konsumenten gerade sang- und klanglos aufs Abstellgleis geschoben. Und auch aus dem in einigen Teilen der Welt erfolgreichen Orkut konnte man kein Kapital schlagen.

Da scheint es nur logisch, dass das sich das Unternehmen wieder auf die Produkte konzentriert, die bereits erfolgreich sind. Neben der Suchmaschine selbst gehören dazu natürlich Gmail oder auch Google Maps.

Nicht nur Navigationshilfe, sondern Ort für Entdeckungen

Die Landkarten haben über die letzten Monate bereits einige interessante Funktionen für Verbraucher und Firmen hinzugewonnen. Nun kann man beispielsweise in einer Gruppe diskutieren und festlegen, wohin es denn am Abend gemeinsam gehen soll. Man kann seinen Standort und die vermutliche Ankunftszeit mit anderen teilen. Auch personalisierte Empfehlungen finden mehr und mehr Einzug in den Dienst. Das alles ist Teil eines Plans, mehr als nur eine Landkarte mit Navigationsfunktion zu sein. Stattdessen soll das Entdecken neuer Lokalitäten in den Vordergrund rücken, wie Google im Mai angekündigt hatte.

Und wer an einem Restaurant, einem Ladengeschäft oder einem anderen lokalen Unternehmen besonders interessiert ist, kann ihm nun folgen. Geänderte Öffnungszeiten, neue Angebote, besondere Aktionen und Events: Alles das kann man als Business hier an die eigenen Follower posten. Die sehen das (soweit bereits in der eigenen Region verfügbar) in einem neuen „Für Dich“-Kartenreiter. Der zeigt einen Stream mit Neuigkeiten und Empfehlungen an. Die Unternehmen wiederum regeln alles über den bereits bekannten „My Business“-Account.

Daten tief in andere Angebote integriert

Damit ist Google auf Kollisionskurs mit Facebook, deren Pages etwas Ähnliches anbieten. Das weltgrößte Social Network kann hier allerdings auf eine immense Reichweite als Argument verweisen, die zumindest theoretisch zur Verfügung steht. Google hat dennoch gute Argumente in petto. Zum einen ist Google Maps für viele Nutzer sicherlich der meistgenutzte Dienst, um einen Ort zu finden. Zum anderen sind die Daten von Google Maps tief in andere Angebote integriert. Schließlich gehört das Kartenangebot zur meistgenutzten Suchmaschine und zum meistgenutzten Smartphone-Betriebssystem. Nicht zuletzt greift der Google Assistant auf diese Informationen zu – egal, ob der nun im Handy oder im neuen Home Hub steckt. Auch fürs Voice-SEO wird somit ein gut gepflegter und optimierter Eintrag in Maps immer wichtiger.

Fazit

Natürlich kann man es mit einem lachenden und einem weinenden Auge sehen: Mehr Optionen bedeuten schließlich nicht nur mehr Chancen, sondern auch mehr Arbeit. Google Maps wird für manche nun zu einer weiteren digitalen Plattform, die sie im Auge behalten müssen.

Spannend wird zu sehen sein, ob Google mit diesen Social-Funktionen erfolgreicher ist als in der Vergangenheit. Immerhin versuchen sie nicht wieder, von heute auf morgen einen Facebook-Konkurrenten zu starten. Stattdessen bauen sie bereits erfolgreiche Angebote Schritt für Schritt aus, um diese relevant zu halten.

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