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Was Smart Displays für Marketer bedeuten

Was Smart Displays für Marketer bedeuten
© amazon

Bekommen Sprachassistenten wie Alexa jetzt etwa ihre Bildschirme zurück? Das wäre sicherlich eine gute Nachricht für jeden, der hier Menschen erreichen will. Amazon spielt mit dem „Echo Show“ die Vorreiterrolle. Google und Facebook ziehen inzwischen nach. „Smart Displays“ wird diese neue Gerätekategorie genannt: Sie erweitern einen schlauen Lautsprecher um einen Screen. Was simpel klingt, macht durchaus einen wesentlichen Unterschied.

Eine Idee dahinter: Sprache ist zwar oftmals ein gutes Medium, um eine Frage zu stellen. Sie ist aber nicht immer das beste Medium für die Antwort. Manchmal funktioniert ein Video dafür besser, manchmal ein Text, eine Grafik oder ein Foto. Man denke an die Wettervorhersage für die nächsten fünf Tage: Eine handvoll Symbole und Zahlen lassen sich schneller erfassen, als wenn eine Computerstimme jedes Detail für jeden Tag haarklein vorliest.

Außerdem spielen Entertainment und Kommunikation über Videos eine zunehmende Rolle, wofür sie natürlich gut geeignet sind. Nicht zuletzt machen sich diese Geräte oftmals als Steuerzentrale fürs Smart Home nützlich.

Was die Geräte von Amazon, Google und Facebook leisten

Amazons Echo Show machte im letzten Jahr den Anfang und wurde gerade in einer stark überarbeiteten, zweiten Version vorgestellt. Vor allem ist das Display mit 10,1 Zoll deutlich größer als beim 7-Zoll-Vorgänger. Er wird sowohl per Sprachbefehl als auch über den Touchscreen gesteuert. Über „Skills“ lassen sich neue Funktionen hinzufügen. Apps im klassischen Sinne aber gibt es nicht, alles ist bewusst schlicht und simpel gehalten. Amazons eigenes Videoangebot lässt sich nutzen, für andere Videoquellen wie YouTube oder Netflix muss man bislang auf den eingebauten Browser zurückgreifen. Videoanrufe sind möglich, allerdings braucht die Gegenseite ebenfalls einen Echo Show oder die Alexa-App. Preis für den Echo Show: 229 US-Dollar.

Google wiederum hatte Anfang des Jahres sein Betriebssystem für Smart Displays gezeigt, das Hardware-Hersteller nutzen können. Neben anderen hatte beispielsweise Lenovo ein erstes Gerät dafür vorgestellt. Nun zog Google mit dem „Home Hub“ selbst nach, der mit 149 US-Dollar vergleichsweise preisgünstig ist. Er setzt interessanterweise auf ein anderes System, wie Ars Technica erfuhr. Der Home Hub kommt ohne Videokamera daher. Dafür ist YouTube, wenig überraschend, von Haus aus fest integriert. Letztlich erinnert die Oberfläche an die Google-Assistant-App auf Smartphones und die Funktionalität ist auch sehr ähnlich.

Facebook wiederum hat gerade zwei Geräte namens „Portal“ und „Portal+“ vorgestellt, die vor allem für Videochats via Messenger gedacht sind. Das kleinere Modell hat einen 10 Zoll messenden Bildschirm, die „Plus-Version“ kommt mit recht massiven 15,6 Zoll daher. 199 und 349 US-Dollar kosten sie. Als Sprachassistent wird derzeit Amazons Alexa mitgeliefert. Facebook arbeitet intern aber offenbar an einem eigenen Alexa-Konkurrenten.

Was leiten Marketer daraus für sich ab?

Letztlich haben diese Geräte viel mit Tablets gemeinsam. Für Smart Displays als eigene Geräteklasse spricht vor allem, dass sie simpler sind und die Nutzer nicht mit vielen kleinen Icons und zahllosen Optionen überfordern. Zudem eignen sie sich mit mehreren Mikrofonen und größeren Lautsprechern besser als Sprachassistent.

Für Marketer wäre ein Trend hin zu Smart Displays sicherlich eine gute Nachricht. Denn hier kann man mit bereits bekannten Mitteln wie Suchmaschinen-Optimierung und einer Content-Strategie inklusive nützlicher Videos und Artikel punkten. Fragen werden bei diesen Geräten schließlich nicht mehr nur in ein, zwei Sätzen beantwortet. Wer sich zum Beispiel ein Rezept oder eine Reparatur erklären lassen will, wird sich über eine visuelle Anleitung freuen. Daneben zählt hier wie bei den digitalen Assistenten generell, in einschlägigen Verzeichnissen wie Yelp vorzukommen, seine Daten computerlesbar zu strukturieren und bei den eigenen Inhalten die möglichen Fragen der Zielgruppe im Hinterkopf zu haben. Mehr dazu in meinem Artikel zum Thema.

Eine weitere Möglichkeit hier aufzutauchen, sind Erweiterungen für die Sprachassistenten. Amazon nennt sie Skills, bei Google heißen sie Actions. Man kann sie sich ähnlich wie Apps vorstellen, die der Nutzer aktiv aufruft. Ein Beispiel ist die Schweizer Einkaufslisten-App Bring.

Fazit

Diese schlauen Screens könnten nicht zuletzt dafür sorgen, dass weitere Personengruppen die Sprachassistenten einsetzen. So mancher schafft sich einen Echo Show vielleicht in erster Linie als kleines Online-TV an und entdeckt weitere Funktionen erst später.

Unabhängig davon, ob sich Smart Displays nun als Gerätekategorie durchsetzen werden oder nicht: Sie zeigen, dass wir nicht so bald in einer bildschirmlosen Welt leben werden, in der wir uns mit Computern nur noch unterhalten. Vielmehr wird es weiter verschiedene Interaktionsmöglichkeiten parallel geben – je nachdem, was gerade am besten funktioniert.

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