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Responsive City – Was kommt nach der Smart City?

Responsive City: So könnte die Stadt der Zukunft aussehen.
Bild: © jamesteohart / Adobe Stock

Responsive City: Die intelligente Stadt 2.0

Eine Stadt, die sich automatisch den Bedürfnissen ihrer Einwohner anpasst – das ist der Kerngedanke der Responsive City. Als Weiterentwicklung der Smart City baut auch dieses Konzept auf ein umfassendes Netz aus Sensoren, die fest miteinander verknüpft sind. Der Unterschied: Liegen sämtliche Daten und Informationen bei der intelligenten Stadt in der Hand der Verwaltung, sind sie bei der Responsive City öffentlich zugänglich. So erhält jeder Einwohner die Möglichkeit, seine digitale Umgebung mitzubestimmen und zu steuern. In der Praxis kann sich das in unterschiedlicher Weise zeigen:

  • Straßenlaternen etwa schalten Passanten in der Responsive City ganz einfach per App an, wenn sie gerade gebraucht werden.
  • Wird ein Bauvorhaben o. Ä. geplant, kann dieses über die App mit den Nachbarn geteilt werden. Mögliche Einwände lassen sich dann bequem digital abarbeiten.
  • In Situationen, die sofortiges Handeln verlangen – etwa bei einem Hausbrand oder einem medizinischen Notfall – werden die entsprechenden Helfer in kürzester Zeit digital benachrichtigt.
  • Großes Potenzial bieten auch Big Data und Real-Time – indem zum Beispiel Bushaltestellen Echtzeitinformationen zur Ankunft des nächsten Fahrzeugs anzeigen und Ampelanlagen bei einem Notfall den Weg für die Einsatzkräfte freimachen.

Die Responsive City ist somit in erster Linie eines: menschenzentriert. Zielen Smart Cities darauf, Dinge technologisch zu machen, geht es bei responsiven Städten um die Frage: Wie können Einwohner intelligente Technologien anwenden?

Denn wer braucht schon unnötige Schnittstellen, wenn sich Probleme und Belange dezentral und selbstorganisiert lösen lassen? Richtig, niemand.

Das Beispiel der Stadt Zürich

Ein erstes Beispiel dafür, wie das Leben in der Responsive City aussehen kann, liefert die Stadt Zürich mit Ihrer App „Züri wie neu“. Die Applikation erlaubt es Einwohnern, Schäden an der Infrastruktur digital zu melden. So hat jeder Züricher die Möglichkeit, am Stadtbild schnell und unkompliziert mitzuwirken. Die App spart den Recherche-Aufwand, wenn ein Melder herausfinden möchte, wer genau zuständig ist. Auch die Zeit, die der Melder bisher in Telefon-Warteschleifen verlor, um die zuständigen Stellen zu informieren, kann nun sinnvoller investiert werden.

In puncto Stadtplanung setzt Zürich ebenfalls auf moderne Technik: Um trotz baulicher Verdichtung ein gutes Stadtklima zu wahren, werden mit 3D-Gebäudedaten Ideen vorab simuliert. Der Einfluss der Bebauung auf die Luftströme in der Stadt soll so von Anfang an bestmöglich berücksichtigt werden, wodurch Hitzeballungen in dicht bebauten Stadtteilen vorgebeugt wird.

Die Responsive City und ihr Digital Twin

Mit einem Digitalen Zwilling lässt sich der physische Raum digital abbilden. Stehen beide Räume in Verbindung zueinander, öffnet das beispielsweise die Möglichkeit, Veränderungen einer Stadt zu dokumentieren sowie die Stadt-, Verkehrs- und Energieplanung zu verbessern. Potenzielle Flächen für neue Gebäude oder ein zu erwartender Bedarf an neuen Kitas oder Schulen in einem bestimmten Stadtteil lassen sich im Digital Twin vorrausschauend erkennen. Dazu kann aus bisherigen Strukturen gelernt werden. Gibt es dann konkrete Ideen, wie sich eine Stadt weiter ausbauen lässt, können die Ideen bereits weit vor ihrer Umsetzung visualisiert werden. Augmented Reality ist in diesem Zusammenhang ein wichtiges Stichwort. Was genau in diesem Bereich künftig möglich sein wird, bleibt freilich abzuwarten.

Welchen Herausforderungen steht die Responsive City gegenüber?

Eine wichtige Voraussetzung für das Konzept der Responsive City ist die Verfügbarkeit einer großen Menge an Daten. Mit dem Potenzial zu einer echten Revolution in der Stadtentwicklung gehen deshalb notwendigerweise Fragen zur Erhebung der gesammelten Daten wie auch zum Datenschutz einher. Wollen Städte von den besonderen Vorteilen der Responsive City profitieren, wird es somit umso mehr auf Transparenz und einen verantwortungsvollen Umgang mit den zugänglichen Daten ankommen. Dabei kann es etwa Regeln geben, die vor einer potenziellen Zweckentfremdung der Daten schützen.

Responsive City – Leben in der Zukunft

Die responsive Stadt birgt das Potenzial für eine Lebenswelt, in der nicht nur unser Alltag mehr und mehr digital ist, sondern auch unsere Umgebung. Datensätze und Technologien wie Augmented Reality und Geoinformationssysteme werden angesichts des Wandels hin zur Responsive City immer wichtiger. Wie werden die Städte der Zukunft aussehen? Eine klare Antwort lässt sich auf diese Frage noch nicht geben. Fest steht allerdings: Es bleibt spannend.

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